Wir brauchen neue Methoden!

 

Züchtung. Man muss kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass uns langfristig immer weniger Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stehen werden.
Als Ausweg bzw. Alternative zum chemischen Pflanzenschutz wird an erster Stelle immer wieder die Züchtung genannt. Das klingt so einfach. Doch auch den Züchtern werden zunehmend Steine in den Weg geworfen. Wie unser Beitrag auf Seite 74 zeigt, stehen aktuell die neuesten Züchtungsmethoden rund um die Gen-Editierung (z. B. CRISPR/Cas) in der Kritik.
Dabei handelt es sich um molekularbiologische Verfahren, mit denen man gezielt in bestimmte Abschnitte der DANN eingreifen kann. Auch wenn der Großteil dieser neuen Technologien nicht unter das Gentechnikgesetz fällt, gehen die NGOs wie bei TTIP, Tierschutz oder Glyphosat kategorisch auf Konfrontation. Aber auch Vertreter der Ökobranche äußern Kritik. Dabei böten die neuen Zuchtverfahren möglicherweise gerade für den Ökolandbau Lösungsansätze für bekannte Probleme wie Mehltau oder saatgutbürtige Krankheiten. Doch leider argumentieren die meisten Ökoverbände fundamentalistisch. Anscheinend ist ihre Angst davor groß, dass das »Geschäftsmodell Öko« ins Wanken gerät. Und dazu gehört eben auch eine »natürliche« Züchtung. So heißt es zum Beispiel, man lehne »alle Verfahren der Genmanipulation« bzw. »technische Eingriffe in die DNA« ab. Deshalb wird jetzt am aktuellen Gentechnikgesetz gerüttelt.
Erfreulicherweise gibt es aber wenigstens vonseiten der Politik und der Wissenschaft große Unterstützung für die Gen-Editierung. Erfreulich deshalb, weil bei dieser Diskussion endlich auch mal wieder Fakten zählen statt nur Emotionen – bis jetzt zumindest.

 

Katrin Rutt