Frau mit Ferkeln im Stall
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Ferkelaufzucht. Nekrosen stehen für Fütterungsstress

Auf das routinemäßige Schwanzkupieren zu verzichten, ist wohl eine der größten Herausforderungen für die konventionelle Schweinehaltung. Der Fütterung kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Eckhard Meyer zeigt die Stellschrauben.

Futterzusammensetzung

Fütterungstechnik

Die Fütterung kann viel dazu beitragen, Nekrosen zu verhindern.

Dr. Eckhard Meyer, Lehr- und Versuchsgut Köllitsch

Faserbedarf und Beschäftigungsfutter

Verarbeitetes Tierisches Protein (VTP)

Viele Praktiker sind der festen Überzeugung, dass die bis vor Kurzen gesetzlich verordnete vegetarische Ernährung des Allesfressers Schwein den Hang zu Verhaltensstörungen verstärkt oder sogar verursacht hat. Fakt ist, dass tierisches Futterprotein besser verdaulich und dem zu bildenden Körperprotein ähnlicher ist als pflanzliches. Es hat eine höhere biologische Wertigkeit und einen Rohproteingehalt von 60 bis 70 %. Zudem enthält die omnivore Ration je nach Produkt und verarbeitetem Knochenanteil einen höheren Mineralstoffgehalt (Ca, P, und auch Natrium) und mehr fettlösliche Vitamine. 
Mittlerweile wissenschaftlich anerkannt ist, dass Protein tierischen Ursprungs eine bessere Grundlage für die noch erforderliche Entwicklung des Darms (Darmzotten) von Absetzferkeln ist und weniger allergische Reaktionen hervorruft als Sojaproteine. Durchfallerkrankungen wurden in eigenen Versuchen signifikant reduziert. Gleichzeitig lassen diese Beobachtungen den Schluss zu, dass tierisches Protein zu einer Verminderung von Entzündungsprozessen (Darm, Immunsystem) führt. Dagegen bedingen Durchfallerkrankungen einen Nährstoffverlust über den Darm. Die Ferkel zeigen dann ein stärker ausgeprägtes Nährstoffsuchverhalten und neigen zu gegenseitigem Bewühlen, Belecken und Schwanzbeißen. Der Einsatz von hochwertigem Protein kann somit als ein Baustein auf dem Weg zum Kupierverzicht gewertet werden.
 

Ferkel mit Nekrose am Ringelschwanz
Beginnende Nekrosen an der Schwanzspitze in der Aufzucht. (Foto: Lechner)

Wasser – das unterschätzte Futtermittel

Ausblick