Lagern hat sich bisher gelohnt, aber mit jeder Woche wird es riskanter. Denn eine Erfahrung aus dem Jahr 2022 dürfte auch jetzt gelten: Das Getreide sucht sich seinen Weg, wenn der Preisdruck in Russland und der Ukraine nur hoch genug ist.
Die Märkte für Getreide, Ölsaaten und auch Dünger hängen an einzelnen geopolitischen Ereignissen. Wann welcher Knoten platzt, weiß niemand. Aber was dann passiert, lässt sich gut abschätzen.
Gas ist teuer, aus Russland kommt keine Ware mehr und an den CO2-Abgaben lässt die EU nicht rütteln. Zwar muss die Industrie ihre Werke laufen lassen und volle Läger räumen. Aber das Umfeld spricht nicht für einen Preisrutsch. Eher für das Gegenteil.
Vorweg: Ich bin selbst von Prämienkürzungen Betroffener und ich weiß, dass ich mir mit diesem Kommentar keine Freunde mache. Aber wir müssen grundsätzlich über Subventionen nachdenken.
Entgegen allen einzelbetrieblichen Erfahrungen: Die Ernten sind weltweit wie auch in der EU und Deutschland gut, mancherorts sogar sehr gut. Kriegsbedingt legen die Preise wegen der zerstörten Häfen zu – und damit steht der Anstieg auf tönernen Füßen.
Niedrige Rübenerträge in Westeuropa wegen der Dürre sind sicher – und das auf stark reduzierter Fläche. Jetzt stehen auch Ernteausfälle in Indien, Thailand und Einbußen in Brasilien im Raum. Das sollte den Preisen Auftrieb geben.