Christian Bickert

Editorial

Früher, das ist über 50 Jahre her, war Essen in Deutschland eine ideologiefreie Angelegenheit.  Es stellte sich nur eine Frage: Was und wie viel kann ich mir leisten? Leise beginnend mit den 80er Jahren hat sich dies gewandelt, zuletzt in atemberaubender Geschwindigkeit. In einer Übergangszeit und manchmal auch bis heute noch war Essen Kult – der Webergrill ist das plakative Aushängeschild dafür. Inzwischen ist Essen vor allem eine Frage der Weltanschauung, verbunden mit Verboten und Vorschriften im Namen des Umwelt- und Klimaschutzes. Dem Druck beugen sich öffentliche, aber zunehmend auch private Kantinen. Wer Kinder in Schule oder Kindergarten hat, kann ein Lied von der (Um)Erziehung in Sachen Ernährung singen. 

Aber auch bei unseren Kern-Lebensmitteln Milch, Fleisch und Getreide gibt es Umbrüche. Während Verbände und Politik weiter an Mengenzielen für Bio festhalten, stellen viele Konsumenten dies zunehmend infrage. Regional ist für viele Kunden heute schon wichtiger als Bio. Und in Zeiten von Inflation und Kaufkraftschwund stellt sich für einige Bevölkerungsgruppen wieder die Frage von vor 70 Jahren: Was und wie viel kann ich mir leisten?

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