Frachtschiff mit Öl

Iran-Krieg. Ernährungssicherheit in Gefahr? Ein Blick auf die Fakten

Diese Meldungen prägen aktuell jede Nachrichtensendung: Tanker stauen sich vor der Straße von Hormus, Ölpreise schießen nach oben, an den Zapfsäulen wird es spürbar teurer. Die Folge ist absehbar – steigender Inflationsdruck. Und schnell ist die nächste Schlagzeile da: "Dünger-Dilemma in Deutschland" titelte gestern etwa "Wirtschaft vor acht" in der ARD. Droht jetzt also tatsächlich eine Düngemittelkrise – und am Ende sogar eine Gefährdung der Ernährungssicherheit?

Portraitfoto Joe DeLaura

Meinung. Es drohen Inflation und Rezession

Noch reden wir vor allem über steigende Energie- und Düngerpreise. Doch wie stabil ist das System wirklich? Energieanalyst Joe DeLaura von der Rabobank zeichnet im Interview ein deutlich schärferes Szenario: Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, drohen nicht nur Preissteigerungen, sondern reale Engpässe bei Energie, Dünger und zentralen Rohstoffen.

KAS-Dünger rieselt auf einen Düngerstreuer, ein Landwirt steht daneben

Dünger. CO2-Steuer treibt die Preise massiv

Noch sind die Preise für KAS und Harnstoff auf dem Niveau wie vor Weihnachten. Aber das könnte sich bald ändern, wenn AHL knapp und durch diese Stickstoffformen ersetzt wird. Auslöser ist das seit Januar gültige CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM).

Rapskörner

Ölsaaten. Beim Raps fehlt die preistreibende Geschichte

Angesichts der globalen Rekordernte 2025/26 mangelt es dem Rapsmarkt an eigener Stärke. Stattdessen treiben Nachrichten aus dem Rohöl- und Sojabereich die Kurse vor sich her (und im Februar steil nach oben). Doch für dauerhaft hohe Preise braucht es Auswinterung in Europa.

Schweinehälften im Schlachthof

Schweinefleisch. Kurzfristig keine Trendwende

In der EU befinden sich die Erzeugererlöse für Schweinefleisch seit Mitte vergangenen Jahres im Sinkflug. Ein Ende der Misere zeichnet sich erst mit deutlich sinkenden Schlachtzahlen ab – die lassen aber auf sich warten.

Getreidepflanzen unter einer Schneedecke

Getreide. Chancen durch Schnee und Frost

Der Winter kommt mit Schnee – in Übersee wie auch bei uns und in Osteuropa. Für die Kulturen ist das gut, für die Logistik aber eine Vollbremsung. Schnelle Lieferungen erhalten Aufgelder, die Sie nutzen sollten.

Meinung Regulierungen. Hoffnungsvolle Zweifel

Die Stimmung ist angespannt: 29 % der Führungskräfte im Mittelstand blicken laut R+V Versicherung mit Sorge auf die Zukunft des eigenen Unternehmens – 2024 waren es erst 17 %. Sogar 69 % halten die deutsche Wirtschaft für stark krisengefährdet. Und in der Landwirtschaft fürchtet rund ein Drittel der Betriebsleiter eine nachlassende politische Unterstützung. Das ist kein Alarmismus, sondern schleichender Vertrauensverlust.

Ein Frachtschiff wird mit Getreide beladen

Ukraine. Die EU kann die Ukraine verkraften

Im Oktober 2025 hat die EU den Rahmen für ihre Handelsbeziehungen mit der Ukraine überarbeitet. Parallel dazu laufen seit dem Herbst 2024 Verhandlungen über einen EU-Beitritt. Welche Folgen ein freier Zugang der Kornkammer Ukraine zum EU-Binnenmarkt hätte, analysiert das Thünen-Institut für Marktanalyse

Solarpanele auf einer Fläche, dazwischen Ölpumpen

Wirtschaftskrieg. Solar in China, Öl in den USA

Im Machtkampf zwischen den USA und China geht es vor allem um Geopolitik, Handelswege und Rohstoffe. Es ist aber auch eine Frage der Technologie und der zukünftigen Energieversorgung.

Sojaernte in Brasilien

Ölsaaten. Rege Nachfrage stützt den Raps

Die Rapspreise in der EU haben zum Jahresbeginn deutliche Zugewinne verzeichnet. Was steckt dahinter und wie dauerhaft ist diese Entwicklung – vor allem vor dem Hintergrund der letztjährigen Rekordernte an Ölsaaten?

Große Welle

Getreide. Droht im Februar eine Angebotswelle?

Die Getreideläger sind weiterhin voll, die Nachfrage unverändert schleppend und der Export geht nur über niedrige Preise. Spätestens Ende Februar verlieren Lagerhalter erfahrungsgemäß die Nerven und verkaufen. Es besteht die Möglichkeit, dass dann die Preise erneut fallen. Lediglich die Angst vor Missernten kann die Lage drehen.

Milchpreise: Talsohle voraussichtlich im Februar erreicht

Nach den zweithöchsten durchschnittlichen Milchpreisen, die je gezahlt wurden, folgt derzeit die Ernüchterung für die Milchlieferanten. Doch wie sind die Prognosen? Welche Bedeutung hat Mercosur? Darum ging es auch in einer Pressekonferenz des Milchindustrieverbandes (MIV) im Rahmen des Milchpolitischen Frühschoppens anlässlich der Grünen Woche.

Portrait Christian Bickert

Meinung Mercosur. Auf Eis – aber nicht vom Tisch

Eine knappe Mehrheit der EU-Parlamentarier hat sich offenbar an den Außentemperaturen in Deutschland orientiert und Mercosur "auf Eis gelegt". Vielleicht standen auch vor allem die mehrheitlich linken und grünen Abgeordneten im Nebel, sodass ihnen die Weitsicht fehlte.

Rindfleisch

Rindfleisch. Weiter gute Aussichten auf hohe Erzeugerpreise

Die Schlachtmenge befindet sich nicht nur in Deutschland im Sinkflug. Auch andere große Anbieter erzeugen weniger Rindfleisch, und damit dürfte das Angebot am Weltmarkt auch im Jahr 2026 knapp bleiben.

Ein Frachter auf dem Ozean

Mercosur-Abkommen. Über die Ziellinie geschleppt

Und sie bewegt sich doch. Gemeint ist die EU, die 26 Jahre nach dem Start der Verhandlungen am Freitag (9. Januar) für die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit den Gründungsmitgliedern des Mercosur gestimmt hat.

Schweinehälfte wird im Schlachthof zerlegt

EU-Schweinemarkt. Es fehlt China als Exportventil

Chinas Antidumpingzölle bedrohen ein Drittel der EU-Schweinefleischverkäufe. Das drückt auf die Preise und belastet den Produktionsaufschwung bei uns in der EU. Ein Hoffnungsschimmer: Der forcierte Abbau des Sauenbestands in China kann zu einem Nachfragesog am Weltmarkt führen, von dem alle Anbieter profitieren – aber erst weit in 2026.

Portrait Christian Bickert

Meinung Ernährungswende. Großstadtblase oder großer Trend?

Brauchen wir eine Ernährungswende? Diese Frage wurde auf dem gemeinsamen Forum der DLG-Mitteilungen mit der Zeitung DIE ZEIT in Berlin gestellt. Die Antwort des Publikums war wenig überraschend: 75 % antworteten mit »ja«.

Milchviehstall in Kanada

Kanada. Trumps Verhalten sorgt für böses Blut

Die Zollpolitik der USA bereitet kanadischen Milcherzeugern Sorgen. Sie fürchten langfristige Auswirkungen auf ihr Milchquotensystem, das bisher den heimischen Markt schützt. Sjoerd Hofstee hat verschiedene Betriebe besucht.

Düngerkörner auf einem Förderband

Dünger. Verzichten, weil zu teuer?

Keine Frage, die Düngerpreise passen nicht zu unseren Getreidepreisen. Aber ganz verzichten geht auch nicht. Noch besteht Aussicht, dass wenigstens Harnstoff etwas günstiger wird. Und auch Nitrate haben noch Luft nach unten.

Portrait Christian Bickert

Meinung Zollkrieg. Kennen Sie noch die WTO?

Setzen wir uns für einen Augenblick mal die Brille der USA auf und betrachten die Weltpolitik aus deren Sicht. Was wir als erratische und emotionsgetriebene Handlungsweise eines unberechenbaren US-Präsidenten sehen, ist aus der Sicht Washingtons eine kühl kalkulierte und durchaus auch erfolgreiche Politik.