Rapsfeld

Ölsaaten. Von Nachfragechancen und Ertragsängsten

In der EU und den USA profitiert die Ölsaatennachfrage von Entwicklungen beim Biodiesel. Und in Kanada und Australien lassen hohe Düngerpreise Befürchtungen über niedrige Rapserträge zur Ernte 2026 aufkommen. Das sind gute Voraussetzungen für stabile Raps- und Sojapreise – wäre da nicht der Irankrieg und die negativen Folgen für die Weltwirtschaft.

Gerstenähre

Getreide. Die Risikoprämie ist raus

Im März gab es kriegsbedingt ein kurzes Zeitfenster für höhere Preise. Das ist jetzt geschlossen, denn die Unsicherheit ist verflogen und die hohen Transportkosten sind geblieben. Für Qualitätsweizen ist jetzt die beste Vermarktungsstrategie das Überlagern.

Junge Sojapflanze

Anbauflächen. US-Bauern machen weiter wie bisher

Die Anbauflächen in den USA waren in der Vergangenheit immer ein Korrektiv. Bei niedrigen Preisen wurden Flächen stillgelegt, die Produktion eingeschränkt. Mit den neuen Subventionen bleiben die Flächen auch bei niedrigen Preisen in der Produktion. Das gibt Druck auf das Angebot und die Preise, so eine Pognose der Rabobank.

Fleischrinder in Australien

Australien: Freihandel weniger schmerzhaft als befürchtet

Wer mit Australien ein Freihandelsabkommen anstrebt, weiß, dass er günstige Quoten für Rohstoffimporte bieten muss. Im Falle von Mineralien und Seltenen Erden ist das ja auch erwünscht, bei Agrarprodukten jedoch eher nicht. Es war also von Anfang an klar, dass die europäischen Bauern in den sauren Apfel beißen müssen – und zollfreien oder zollbegünstigten Zugang für Fleisch, Wein, Zucker und Milchprodukte schlucken.

Probenentnahmestelle für Getreide

Getreide. Top-Qualitäten lagern, den Rest verkaufen

Der Krieg im Iran ändert kaum etwas an den Angebots- und Nachfrageverhältnissen auf dem globalen Getreidemarkt. Aber er macht Dünger in diesem Frühjahr noch teurer, als er ohnehin schon ist. Hinter der Spätdüngung beim Weizen stehen daher Fragezeichen. Wenn etwas knapp wird, dann wird das proteinreicher Weizen sein.

Frachtschiff mit Öl

Iran-Krieg. Ernährungssicherheit in Gefahr? Ein Blick auf die Fakten

Diese Meldungen prägen aktuell jede Nachrichtensendung: Tanker stauen sich vor der Straße von Hormus, Ölpreise schießen nach oben, an den Zapfsäulen wird es spürbar teurer. Die Folge ist absehbar – steigender Inflationsdruck. Und schnell ist die nächste Schlagzeile da: "Dünger-Dilemma in Deutschland" titelte gestern etwa "Wirtschaft vor acht" in der ARD. Droht jetzt also tatsächlich eine Düngemittelkrise – und am Ende sogar eine Gefährdung der Ernährungssicherheit?

Portraitfoto Joe DeLaura

Meinung. Es drohen Inflation und Rezession

Noch reden wir vor allem über steigende Energie- und Düngerpreise. Doch wie stabil ist das System wirklich? Energieanalyst Joe DeLaura von der Rabobank zeichnet im Interview ein deutlich schärferes Szenario: Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, drohen nicht nur Preissteigerungen, sondern reale Engpässe bei Energie, Dünger und zentralen Rohstoffen.

Meinung Regulierungen. Hoffnungsvolle Zweifel

Die Stimmung ist angespannt: 29 % der Führungskräfte im Mittelstand blicken laut R+V Versicherung mit Sorge auf die Zukunft des eigenen Unternehmens – 2024 waren es erst 17 %. Sogar 69 % halten die deutsche Wirtschaft für stark krisengefährdet. Und in der Landwirtschaft fürchtet rund ein Drittel der Betriebsleiter eine nachlassende politische Unterstützung. Das ist kein Alarmismus, sondern schleichender Vertrauensverlust.