Wir Landwirte können das besser!

 

Zielvorgaben. Auch wenn wir es nicht gerne hören: Natürlich hat der Staat (also die Regierung) das Recht, seinen Bürgern und Unternehmen Vorgaben zu machen. Und das gilt auch für die Landwirtschaft.

Aber Zielvorgaben bedeuten nicht, dass eine Regierung jedem Betriebsleiter vorschreiben muss, wie er die staatlichen Anforderungen erfüllt. Wenn etwa Berlin beschließt, den Pflanzenschutzmittelaufwand zu reduzieren, dann ist das eine Sache. Aber es muss Angelegenheit der Landwirte bleiben zu entscheiden, wie sie das tun – natürlich um den Preis der Kontrolle, ob die Ziele auch erreicht werden. Es wäre doch kein Problem, die durchschnittlich eingesetzte Wirkstoffmenge je Hektar in einem Referenzzeitraum etwa anhand der Schlagkarteien zu erfassen und dann eine Reduktion in einem Zielzeitraum zu überprüfen. Ob dies durch Spritzfolgen oder Aufwandmengen, resistente Sorten, extensiven Anbau, Umstellung auf mechanische Unkrautbekämpfung oder Teilflächenstilllegungen erreicht wird – das ist Sache eines jeden Betriebes. Ob er dabei fünf, sechs oder auch nur drei Kulturen anbaut: Was geht den Staat das an?

Die Entscheidungsfreiheit muss zurück zu denen, die auch die fachliche Ausbildung haben und so ganz nebenbei auch die Verantwortung für den Betrieb tragen! Unsere Politiker gehören jedenfalls nicht dazu und auch nicht die Fachbeamten in Bundesbehörden oder Ministerien. Die deutschen Landwirte sind gut ausgebildet – nicht zuletzt im Auftrag und auf Kosten des Staates. Wenn Juristen, Physiker oder Geschichtslehrer in Ministerien jetzt vorgeben, das besser zu wissen, ist das anmaßend. Politiker sind für die Rahmenbedingungen verantwortlich, dafür wurden sie gewählt. Mehr aber auch nicht!

 

Dr. Christian Bickert