EU-Fahne im Getreide

Politikumfeld. Wie eine effektive Reform gelingt

Wie wird die EU-Agrarpolitik nach 2028 aussehen? Wird der – überkomplizierte – Status quo weiter verschlimmbessert? Oder ist ein völliger Neuanfang möglich und realistisch? Für Sebastian Lakner braucht es dazu drei Voraussetzungen: ein öffentlich wahrgenommenes Problem, fähige Politiker(innen) und ein Gelegenheitsfenster.

Thomas Künzel

Kommentar. Revolutionär

Agrarpolitik. Was muss Landwirtschaft können, um zukunftsfähig und nachhaltig zu sein? Mit dieser Frage haben sich 29 Institutionen auf EU-Ebene aus unterschiedlichen Bereichen – von Bauernverband über Verbraucherschutz bis Umweltorganisationen – sieben Monate lang beim Strategischen Dialog zur Zukunft der EU-Landwirtschaft beschäftigt.

Bäume im Wald

Kommentar. Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Schon bislang komme ich mir angesichts der vielen Herkunftskennzeichen und Label auf den Produktverpackungen vor wie im Schilderwald. Oder kennen Sie alle Label und ihre Bedeutung?

Anne Ehnts-Gerdes

Pflanzenschutz. Nachtigall, ick hör Dir trapsen

Zukunftsprogramm Pflanzenschutz. In Teilen liest es sich deutlich versöhnlicher als das Diskussionspapier vom Frühjahr, wobei dies vor allem der Wortwahl und weniger den Inhalten geschuldet ist. Denn das Ziel, die Verwendung und das Risiko von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 zu halbieren, bleibt.

Thomas Preuße

Agrarpolitik. Es könnte so schön sein...

... wenn man, statt im Büro zu sitzen, mal öfters rauskäme, um zum Beispiel Bestände zu kontrollieren. Wenn die Politik mehr Vertrauen in die Landwirtschaft hätte, anstatt sie mit immer detaillierteren Vorgaben zu überziehen. Wenn das viele Geld, das über die GAP in die Landwirtschaft fließt, zielführender eingesetzt würde.

Mensch strickt mit bunter Wolle

Kommentar. Verstrickt

Verschiedene politische Ambitionen führen regelmäßig zu einem Dilemma. So wie aktuell bei der Getreideproduktion: Bundesweit erreichten viele Weizenpartien nicht die gewünschten Backqualitäten. Zurückzuführen ist das vor allem auf die verschärften Düngevorgaben.

Christin Benecke

Kommentar. Kein gemeinsames Ziel

Wertschöpfungskette. Vor einigen Wochen wurden – unter anderem von Tönnies und Westfleisch – mal wieder die Abrechnungsmasken für Schlachtschweine geändert. Dass so einseitige Umgestaltungen der Bezahlgrundlage meist nicht zugunsten der Mäster ausfallen, überrascht wenig.

Katharina Skau

Kommentar. Sinnvoll investieren

Wirtschaftlichkeit. Anhaltende politische und wirtschaftliche Unsicherheit haben die Investitionsfreude in unserem Land deutlich gedämpft. Alle Branchen berichten von einer zurückhaltenden Stimmung, was sich nach einigen starken Jahren nun auch in der Landtechnikindustrie zeigt.

Kommentar. Weggabelungen

Betriebsentwicklung. Zwei Professoren, zwei entgegengesetzte Perspektiven – aber beide passen zusammen. Prof. Dr. Fries sprach auf der DLG-Wintertagung über Transformationen in der Landwirtschaft davon, dass Wandel in landwirtschaftlichen Betrieben oft in Form von Brüchen stattfände, ausgelöst durch Generationswechsel oder persönliche Schicksale.

Kommentar. Die Verbraucher haben die Wahl

Ökolandbau. Erstmals seit den 1990er Jahren ist die Zahl der biologisch arbeitenden Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland gesunken. Der Rückgang ist gering, Ende 2023 lag deren Zahl um 182 (0,5 %) unter der des Vorjahres. Doch diese Entwicklung hat sich abgezeichnet. Der durch eine Preiskrise im konventionellen Sektor eingeläutete Boom ab 2015 war 2019 Geschichte, seitdem geht es steil bergab.

Ist die Theorie spannender als die Praxis?

Der Landwirtschafts-Simulator ist eines der beliebtesten Computerspiele der letzten Jahre. In der Realität gibt es jedoch einen Mangel an Erntehelfern auf den Ackerbaubetrieben für die nächste Saison.

Schlachtbranche. Überfälliger Abbau

Mehr Konzentration bedeutet vermutlich auch mehr Integration, meint Christin Benecke mit Blick auf den Rückzug von Vion aus Deutschland.

EU-Verordnung. Im Urwald der Bürokratie

Kommentar. »Entwaldungsfreie Lieferketten« das klingt vernünftig. Allerdings bringt man den Begriff so gar nicht mit der deutschen Rinderhaltung in Verbindung. Doch hier wird man eines Besseren belehrt: Denn auch die deutschen Landwirte sind massiv von der »EUDR« betroffen.

Kommentar Bürokratieabbau. Klare Schnitte

Nach den Bauerndemonstrationen und den Protesten der Handwerker sowie der Industrie im Winter beeilt sich die Politik, von Bürokratieabbau zu reden. Einzelmaßnahmen werden überdacht, und tatsächlich müssen demnächst Tiere nicht mehr zwei Ohrmarken tragen. Weitere 60 Einzelmaßnahmen prüft das Landwirtschaftsministerium derzeit.

Kommentar Tierwohl. Das Ziel aus dem Blick verloren

Als die ZKL sich kurz vor dem Treffen mit dem Bundeskanzler für eine Finanzierung des Tierwohlumbaus über eine schrittweise Anhebung der Mehrwertsteuer aussprach, keimte kurz Hoffnung auf, dass nun wirklich Bewegung in das Thema kommt.

Strukturwandel. Zum Wachstum gezwungen

Kommentar. Die Zahlen sind nicht neu, aber man muss sie sich doch immer wieder vor Augen führen: Seit dem Jahr 2010 sind in Deutschland gut 44.000 landwirtschaftliche Betriebe aus der Produktion ausgestiegen. Also etwa jeder siebte Betrieb.

Zuckerrüben. Faule Eier zu Ostern

Nicht jedes Osterei schmeckt – manche riechen auch faul. Jedenfalls in Niedersachsen sind die Rübenbauern sauer über das Ei, das Nordzucker ihnen ins Osternest gelegt hat. Zum ersten Mal seit über 30 Jahren konnte sich Nordzucker nicht mit den norddeutschen Rübenanbauverbänden auf einen Preis für die Kampagne 2023 einigen.

Milchmarkt. Gestörte Lieferbeziehungen

Kommentar. Der Artikel 148 der Gemeinsamen Marktordnung (GMO) ist schon ein Evergreen in den Diskussionen um den Milchmarkt. Jetzt geht seine nationale Umsetzung in eine weitere Runde. Elf Jahre nach seinem Inkrafttreten hat das BMEL ihn zu einem der Kernpunkte des »4-Punkte-Plans für eine zukunftsfähige Milchviehhaltung« gemacht.

Kommentar. Klimaschutz sticht Ernährung

DGE-Empfehlungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist nicht irgendeine Organisation. Wenn sie neue Ernährungsempfehlungen ausspricht, erregt das große Aufmerksamkeit. Das Medienecho ist enorm, private und öffentliche Essensanbieter passen ihre Menüs an, Ernährungsberater übernehmen die Argumentationskette. Und: Auch all diejenigen, denen die Nutztierhaltung oder der Fleischverzehr ganz allgemein ein Dorn im Auge ist, können mittlerweile auf die Schützenhilfe der DGE setzen.

Regenerative Landwirtschaft. Haben unsere Böden das nötig?

Jeder spricht über dieses vermeintlich umweltfreundliche und nachhaltige Ackerbaukonzept. Einige Branchenvertreter versprechen sich davon sogar einen neuen Ansatz für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft. Dem Landwirt winke zudem mehr Flexibilität im Vergleich zum Ökolandbau. Aber worum geht es bei regenerativer Landwirtschaft eigentlich?