• Düngung
Foto: Reckleben

Gülleausbringung. Umweltschonend und bedarfsgerecht

Die Nährstoffgehalte in Wirtschaftsdüngern schwanken erheblich. NIRS-Sensoren sollen die Nährstoffermittlung vereinfachen, eine exaktere Ausbringung ermöglichen, den überbetrieblichen Austausch fördern und den Dokumentationsaufwand reduzieren. Die Technik wird seit einigen Jahren auf Herz und Nieren getestet. Yves Reckleben fasst den aktuellen Wissensstand zusammen.

Starke Schwankungen bei den Werten. Neben der zum Teil schwer kalkulierbaren zeitlichen Verfügbarkeit der Nährstoffe aus Wirtschaftsdüngern ist die große Streuung der tatsächlichen Nährstoffgehalte ein zentraler Grund für den hohen Mineraldüngereinsatz in organisch düngenden Betrieben (Übersicht). Das gilt selbst für vermeintlich homogene Wirtschaftsdünger, wie Grafik 1 zeigt. Hier ist die Variabilität von 41 Fassbefüllungen bei Sauengülle dargestellt. Alle 41 Güllefässer wurden mit je 25 m3 Volumen (= 1 025 m3) und im Durchschnitt der 41 Messungen 3,06 kg Gesamt-N/m3 ausgebracht. Das Minimum lag bei 1,70 kg/m3 und das Maximum bei 4,30 kg/m3. Die betriebseigene Probe vor der Ausbringung betrug 1,83 kg N/m3, und der Richtwert der Landwirtschaftskammer Niedersachsen liegt bei 3,70 kg N/m3. 

Das bedeutet: Nach Betriebsprobe sind 1 878 kg N ausgebracht worden. Nach NIRS wären es 3 137 kg gewesen – also 67 % mehr. Diese Streuung ist für eine bedarfsgerechte Düngung viel zu hoch und kann nur durch kontinuierliche Sensormessungen hinreichend erfasst werden. 

Grafik 1: Variabilität der Gesamtstickstoffgehalte von Sauengülle 
(Ausbringung im Frühjahr 2022)*

Variabilität der Gesamtstickstoffgehalte von Sauengülle 

Grafik 2: Heterogenität über verschiedene Lagerstätten*

Grafik zur Heterogenität von Lagerstätten