Dr. Christian Bickert
Editorial
Chance oder Risiko? Das ist die zentrale Frage hinter den Abkommen mit den Mercosurländern, mit Indien und auch langfristig mit den Wirtschaftsbeziehungen zur Ukraine. Wohin alles führen wird, das kann niemand vorab sagen. Während Politik und Wirtschaft auf neue Absatzchancen, geopolitische Stabilität und diversifizierte Lieferketten verweisen, äußern landwirtschaftliche Betriebe, Umweltverbände und Verbraucherschutzorganisationen Vorbehalte.
Klar ist aber auch: Es war auch vor einem Jahr bei Amtseinführung des US-Präsidenten nicht absehbar, dass China und Kanada wieder zusammenfinden. Oder dass die EU in nur einem Jahr ein Freihandelsabkommen mit Indien unterzeichnen kann – wenn nicht wieder Partikularinteressen wie die der Wallonier (an denen hing das CETA-Abkommen mit Kanada), der Franzosen oder aber irrlichternde Abgeordnete des EU-Parlaments das alles verzögern.
Mit diesem Dossier wollen wir jenseits der Schlagzeilen eine belastbare Einordnung liefern – mit Zahlen und einer klaren Analyse der Chancen und Risiken für die Betriebe.
Handelskrieg
Mercosur. Kernbereiche sind geschützt
Kein anderes EU-Handelsabkommen sieht sich derart starken Vorbehalten aus der Landwirtschaft gegenüber wie das mit den Mercosur-Ländern. Doch was ist an den Vorwürfen dran? Janine Pelikan gibt einen Überblick und ordnet die zentralen Punkte ein.
Titelthema im Fokus: Marktausblick - Zölle, Bauernopfer, Zukunftsmärkte
Was bestimmt den Markt? Ganz klar: Angebot und Nachfrage. Aber was darauf Einfluss nimmt, das hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Spielte früher das Wetter die Haupt- und die Politik nur eine Nebenrolle, so war die Politik im Jahr 2025 dominierend. Wird das auch in Zukunft so sein? Und welche politische Entscheidungen haben welche Auswirkungen für uns in Deutschland und Europa?
Reinhören lohnt sich!