Deutschland. Hitzestress hat schon früh fatale Folgen
Hitze war diesen Sommer wieder mal ein großes Thema. Und Milchkühe leiden sogar schon früher und stärker als bisher gedacht unter Hitzestress. Studien des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie in Dummerstorf (FBN) konnten zeigen, dass schon moderater Hitzestress Veränderungen im Blut hervorruft:
Bereits ab 28 °C gelangen bakterielle Endotoxine ins Blut und leiten Entzündungsprozesse ein. »Veränderungen im Blut, eine geschwächte Immunabwehr und frühe Gerinnungssignale können die Leistungsfähigkeit der Tiere mindern und ihre Anfälligkeit für Erkrankungen erhöhen. Dass diese Prozesse bereits bei moderaten Temperaturen beginnen, unterstreicht, wie wichtig ein konsequentes Hitzemanagement im Stall ist«, sagt Dr. Franziska Koch vom FBN.
Zum Hitzemanagement auf dem Betrieb gehören neben früher Stallkühlung auch das Verlegen von Fütterungszeiten in kühlere Tageszeiten oder die Wasser- und Futteraufnahme im Blick zu behalten.
Auch in einer italienischen Studie der Universität Sassari wurden die Auswirkungen einer Hitzewelle auf Milchkühe untersucht. Es zeigte sich, dass sowohl das Laktationsstadium als auch die Leistungshöhe einen Einfluss darauf haben, wie stark die Milchleistung zurückgeht und wie schnell die Kühe sich erholen. Kühe in der frühen Laktation erreichten schneller wieder ihr ursprüngliches Niveau als Tiere in einem späteren Stadium. Zudem verloren hochleistende Kühe zwar insgesamt mehr Milch, hielten aber dennoch ein höheres Produktionsniveau als Tiere, die als mittel- oder niedrigleistend eingruppiert wurden.