Grossbritannien. Hitze wird gefährlicher als Trockenheit
»Vorsommertrockenheit« ist bislang das zentrale Stichwort, wenn es um Risiken für Getreideerträge vor dem Hintergrund des Klimawandels geht. Künftig dürfte jedoch »Hitzestress« stärker in den Vordergrund rücken – das zeigen Untersuchungen der englischen Forschungsanstalt Rothamsted.
Bereits wenige Tage Hitze während der Blüte – ebenso wie Wasserstress in dieser Phase – können deutliche Ertragsrückgänge verursachen. Auch in Deutschland mussten Landwirte das in einzelnen Jahren bereits erfahren, insbesondere in Regionen mit leichten Böden und begrenzter Wasserspeicherung. Modellrechnungen deuten darauf hin, dass die durch Hitzestress während der Weizenblüte verursachten Ertragsverluste deutlich zunehmen. Trockenstress bleibt relevant, verliert aber relativ an Bedeutung.
Für Pflanzenzüchter und Landwirte heißt das: Sorten müssen sowohl trockenheits- als auch hitzetolerant sein. Gleichzeitig gewinnt das Management an Bedeutung. Saattermine sind so zu wählen, dass die Blüte möglichst nicht in Hitzeperioden fällt. Regionale Klimatrends und kurzfristige Wetterprognosen werden damit noch wichtiger.