Weizen: Hitze kostet Ertrag
Die Kulturen reifen schnell ab. Am Oberrhein geht es nach der Gerste mit Weizen und Hafer weiter.
Bei hochsommerlichen Temperaturen kann die Ware trocken vom Halm geholt werden. In den Frühdruschgebieten am Oberrhein, im Rheintal und im Kraichgau ist die Gerstenernte bis auf die Höhenlagen fast beendet. In Rheinland-Pfalz wollen die Landwirte zum Wochenende mit der Weizenernte beginnen. Die Bestände sind gesund und stehen etwas luftiger als im Vorjahr. Die Abreife erfolgt bei Temperaturen um die 35 Grad Celsius fast zu schnell. Jeder Tag mit über 35 Grad Celsius kostet ein Prozent vom Ertrag, heißt es bei den Beratern. In Rheinland-Pfalz und in Franken sind die Böden sehr trocken, sodass auch kein Wasser mehr an die Kulturen gelangt. Davon betroffen sind vor allem sandige Böden. Auf anderen Standorten ist die Lage nicht so dramatisch. Kritisch sieht es beim Hafer aus. Hier könnte es zu einer Notreife kommen, was kleine Körner bedeutet. Diese sind bei den Schälmühlen unbeliebt, da sie die Ausbeute bei der Vermahlung beeinträchtigt.
Noch sind Wissenschaftler zuversichtlich, dass die Hitze zwar Ertrag kosten könnte, aber der Proteingehalt beim Weizen dafür steigen könnte. Denn wegen der Hitze findet kaum eine Stärkeeinlagerung statt. Vielmehr haben die Pflanzen die Umlagerung und andere Prozesse eingestellt. Auch im wichtigen Weizenland Frankreich nehmen die Sorten um die Weizenernte zu.
Die Unsicherheit an den Börsen hat die Kurse zum Wochenanfang in die Höhe katapultiert. Am Dienstag, 23. Juni 2026 geht es leicht um 1,50 €/t auf 205 €/t für den Septemberweizen zurück. Am Kassamarkt ist B-Weizen in Hamburg bei 213 €/t notiert. Am Oberrhein erhalten die Erzeuger für die Gerste rund 160 €/t angeboten.
In Kooperation mit agrarticker.de.