Indien. Großes Potential, viele Herausforderungen
Beim Handelsabkommen zwischen der EU und Indien bleiben die für beide Seiten sensiblen Bereiche in der Landwirtschaft außen vor. Dennoch ergeben sich über den Zollabbau für EU-Anbieter Perspektiven im Agrar- und Lebensmittelsektor. Welche sind das? Und wie ist es um die Landwirtschaft im bevölkerungsreichsten Land der Erde eigentlich bestellt?
Im Vergleich zum Mercosur-Abkommen ging das Ende Januar vereinbarte Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien bemerkenswert geräuschlos über die Bühne. So ganz überraschend kam das nicht, schließlich spart das Abkommen die für die jeweilige Landwirtschaft sensiblen Bereiche aus. Zudem wird Indien weniger als großer Rivale und Angstgegner wahrgenommen als Brasilien. Zollabbau und Importquoten gibt es natürlich trotzdem, es ändert sich aber nichts in den Bereichen Fleisch, Geflügel, Milch oder Zucker. Was sieht das Abkommen künftig für den Agrarhandel beider Regionen vor? Und wie steht es eigentlich um die Landwirtschaft in Indien?
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Das Abkommen
Indien ist das bevölkerungsreichste Land und die fünftgrößte Volkswirtschaft. Rechnet man die Wirtschaftsleistung aller EU-Mitglieder zusammen, wirkt Indien daneben allerdings wie ein Zwerg. Denn der Subkontinent, der auf zwei Drittel der EU-Fläche dreimal so viele Menschen beherbergt wie die Staatengemeinschaft, erzielt über den Daumen gepeilt »nur« ein Fünftel des EU-Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das Abkommen sorgt nun dafür, dass eine Freihandelszone zwischen zwei Blöcken entsteht, die zusammen fast ein Viertel der Weltbevölkerung und ein Fünftel der globalen Wirtschaftsleistung stellt.