Saatgut. »Gute Qualitäten kommen nicht von ungefähr«
In Brüssel verhandeln die EU-Institutionen seit Februar 2026 über ein neues Saatgutrecht. Doch wie hoch müssen die Standards für gutes Saatgut eigentlich sein? Und wie viel Kontrolle braucht es? Darüber haben wir mit Heike Knörzer gesprochen.
Frau Dr. Knörzer, die Europäische Union leistet sich bei der Saatgutproduktion einen aufwendigen und teuren Behördenapparat. Ist das mit Blick auf die verbesserten Saatgutqualitäten noch zeitgemäß?
Sorte und Saatgutqualität gehören zusammen. Selbst die beste Genetik kann ihr Leistungspotential nicht ausschöpfen, wenn es ihr beispielsweise an Keimfähigkeit mangelt. Grundsätzlich reden wir über ein sehr komplexes Thema. Das Inverkehrbringen von Saatgut wird in seiner Tiefe zuweilen nur in den betroffenen Fachkreisen verstanden. Am Ende steht für die Landwirtschaft vermeintlich überteuertes Z-Saatgut. Sein gesellschaftspolitischer und pflanzenbaulicher Wert ist aber nicht zu unterschätzen. Gesundes und qualitativ hochwertiges Saatgut ist die Basis für unsere Ernährunssicherung. Wenn der gesellschaftliche Anspruch in Europa eine nachhaltige Wertschöpfung ist, die Ökonomie, Ökologie und Soziales verknüpft, dann ist die Saatgutanerkennung nicht nur eine geeignete, sondern eine seit Jahrzehnten wichtige Maßnahme.