Zuckerrüben. Den Anbau freiwillig reduzieren?
Fallende Zuckerpreise setzen den Rübenanbau unter Druck – erste Fabriken werben für Flächenreduktionen und bieten Ausgleichszahlungen an. Doch rechnet sich der freiwillige Verzicht betriebswirtschaftlich wirklich? Lennart Pötting vergleicht die Direkt- und Arbeitserledigungskostenfreien Leistungen von Zuckerrüben und Alternativkulturen.
Ein starker Rückgang des EU-Zuckerpreises und ein Tief des Weltmarktpreises prägen aktuell den Zuckermarkt und zwingen die Zuckerunternehmen zum Handeln. Zwar belasten pflanzenbauliche Herausforderungen wie SBR, Stolbur und die Ausbreitung der Schilfglasflügelzikade vielerorts die Bestände, doch sie haben bislang nicht zu einer spürbaren Angebotsverknappung geführt, die den Markt nachhaltig entlasten würde. Die Erträge blieben in Summe hoch genug, um den Preisdruck aufrechtzuerhalten. Einige Unternehmen setzen daher auf Appelle an ihre Anbauer, die Rübenfläche zu reduzieren.
Südzucker geht einen Schritt weiter und hat im Zuge der Marktrücknahme für die Kampagne 2026 eine Marktanpassungsprämie angeboten. Anbauer können vertraglich gezeichnete Rübenmengen freiwillig reduzieren und erhalten dafür 10 €/t auf die nicht gelieferte Vertragsmenge. Die tatsächlich wirksame Reduktionsmenge hängt dabei vom insgesamt gezeichneten Rücknahmevolumen ab.
Marktwirtschaftlich ist die Logik klar: Eine Reduktion der Rübenfläche würde das Angebot senken und mittelfristig stabilisierend auf den Preis wirken. Für den einzelnen Betrieb stellt sich jedoch eine andere Frage: Lässt sich der Verzicht wirtschaftlich darstellen – und wenn ja, mit welcher Alternativkultur?