Portrait. Wo wirtschaftet es sich besser?
Henning Schroll führt seit über 30 Jahren einen Betrieb in Dänemark und einen in Deutschland. Bürokratie, Image, Umweltgesetzgebung – beide Länder haben für ihn Vor- und Nachteile.
Auf der anderen Seite vom Sund ist das Gras immer grüner«, sagt Henning Schroll. Der Däne bewirtschaftet je einen Betrieb in Deutschland und in Dänemark – und hat damit seit drei Jahrzehnten den direkten Vergleich. »Beide Länder haben ihre Stärken und Schwächen.«
Die Neugier auf andere Wirtschaftsweisen ist der Familie Schroll in die Wiege gelegt. 1755 wanderte sie von Franken nach Dänemark aus. Seither sammelten die Generationen landwirtschaftliche Erfahrungen auch im Ausland. Schon während seines Studiums zog es Henning Schroll aus Dänemark nach Osteuropa und nach Mecklenburg-Vorpommern. Begeistert von Strukturen, Flächengrößen und der Aufbruchstimmung bewarb er sich bei der Treuhand um einen Betrieb – in politisch unsicheren Zeiten, was die Eigentumsverhältnisse in Ostdeutschland betraf. Nach zwei Konzept- und Finanzierungsrunden erhielten er und seine Frau am 20. Juni 1992 den Zuschlag: Sie wurden Eigentümer des Gutes Dennin im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Sein Vater bewirtschaftete den Familienbetrieb in Dänemark noch bis 2005 weiter.