Ölsaaten. Wie lange hält der Höhenflug?
Der Irankrieg führt zu einer Rallye beim Rohöl, China kauft wieder Raps in Kanada, in den USA stehen die Beimischungsvorgaben für 2026 an: Es gibt gerade einiges, das die Rapspreise in der EU stützt.
Zugegeben: Das Bild vom Höhenflug der Rapspreise ist etwas irreführend. Es klingt nach einer aus eigener Kraft erreichten Leistung. Aber das ist hier nicht der Fall. Es ist eher so, als würde ein Düsenjet mit Überschallgeschwindigkeit im Tiefflug vorbeirasen und der dabei entstehende Sog alles mit sich reißen. Der Düsenjet in diesem Fall: der Irankrieg. Der unmittelbar betroffene Rohölmarkt zeigte sich im März sehr volatil und wies Schwankungen von bis zu 50 % auf. Bei Redaktionsschluss kostete Brentöl zwischen 90 und 100 US-$ – 50 bis 66 % mehr als zu Jahresbeginn. Das wirbelt auch die Ölsaaten durcheinander, die über das Öl im Biodiesel an den fossilen Energieträger gekoppelt sind.
Zwar ändert der Krieg im Iran nichts an den Nachfrageverhältnissen beim Raps (oder der Sojabohne). Allerdings führte das extrem teure Rohöl zu mehr Interesse an Rapsöl für den Biodiesel. Die steigende Nachfrage macht sich in den Preisen bemerkbar, die Notierung in Rotterdam reichte zuletzt an die 1 200 €/t. Und das schlägt auf die Rapssaat durch: Am Terminmarkt in Paris notierte die alte Ernte zwischenzeitlich bei 524 €/t, bei Redaktionsschluss waren es noch 515 €/t; für Raps der Ernte 2026 ließen sich da fast 500 €/t absichern.