Hochsee-Hafen mit zahlreichen Schiffscontainern und Liegeplätzen für Frachtschiffe

Freihandel: Die EU gibt Gas

Freihandel - Chance oder Risiko? Das ist die zentrale Frage hinter den jüngsten Handelsabkommen. Wohin alles führen wird, das kann niemand vorab sagen. Unser Dossier ordnet ein – mit Zahlen und Fakten und einer klaren Analyse der Chancen und Risiken für die Betriebe. 

Lagos, Hauptstadt von Nigeria
Ersteller: Wirestock Quelle: stock.adobe.com Die Einwohnerzahl von Nigerias Hauptstadt Lagos wird bis 2035 um etwa 50 % auf schätzungsweise 24 bis 25 Mio. Bürger anwachsen.

Afrika. Der Nachfrager der Zukunft

Auf keinem Kontinent wächst die Bevölkerung schneller als in Afrika. Die landwirtschaftliche Erzeugung kann da nicht mithalten. In den kommenden zehn Jahren dürften allein die Getreidekäufe der Region um 35 Mio. t zunehmen. Dazu kommen stark steigende Einfuhren an Pflanzenölen, Fleisch und Zucker – die auch der EU neue Absatzmöglichkeiten eröffnen.

Gefragt nach den Absatzmärkten der Zukunft fällt einem vermutlich vor allem China ein – oder ganz allgemein der asiatische Raum. Und damit liegt man ja auch nicht falsch, schließlich kommt ­Asien nach Zählung der Vereinten Nationen (UN) gegenwärtig auf etwa 4,8 Mrd. Menschen, Tendenz steigend. Aber: Neben Asien gibt es einen weiteren Kontinent, den wir zu oft gar nicht auf dem Schirm haben, und der – zwar nicht von heute auf morgen, aber doch über­morgen – zu einem weiteren großen, wenn nicht sogar dem Absatzmarkt der Zukunft, he­ranwachsen wird: Afrika.

Die Bedeutung Asiens als Zugpferd des Weltagrarhandels lässt nach

Sicher, die Länder Asiens werden noch viele Jahre mit ihren steigenden Pro-Kopf-Verbräuchen an Fleisch, Milchprodukten und Futtermitteln dem Welthandel ihren Stempel aufdrücken. Und Produktionsausfälle in Chinas Getreide- oder Veredelungssektor haben noch länger das Potential, die Preise für Schweinefleisch, Milchpulver oder Weizen oder am Weltmarkt in die Höhe schießen zu lassen. Aber diese Tage sind gezählt. Denn der Faktor »Bevölkerungsdynamik« verliert rasch an Bedeutung – und schlägt im Falle Chinas sogar ins Gegenteil um. Im Gegenzug nimmt Afrika zunehmend Fahrt auf und füllt diese Lücke mehr als aus. 

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