USA. Glyphosat bleibt ein Thema
Im Mutterland der auf Herbizidresistenz basierenden Anbausysteme ist die Diskussion um Glyphosat so lebendig wie eh und je. Im Juni hatte zwar der Oberste Gerichtshof im Sinne von Bayer/Monsanto die jahrelangen Auseinandersetzungen über Krebswarnhinweise vorerst beendet: Da die US-Umweltbehörde EPA den Wirkstoff weiterhin nicht als krebserregend einstuft, können entsprechende Warnhinweise auch auf Ebene der Bundesstaaten nicht verlangt werden. Für Bayer war die Klagewelle ein Milliardengrab.
Aber die Glyphosat-Geschichte geht weiter. Ein Milliardengrab ist für den einzigen Hersteller in den USA auch die Konkurrenz aus China. Nach dem Urteilsspruch hat Bayer eine Tochtergesellschaft (Ruveon) gegründet, um die Vermarktung von Glyphosat-Produkten flexibler gestalten zu können. Diese trat sogleich mit einer Petition auf den Plan, Zölle auf Glyphosat-Importe aus China zu erheben. Präsident Donald Trump hatte den Wirkstoff bereits im Februar 2026 per Executive Order als »unverzichtbar für die nationale Sicherheit« eingestuft – allerdings wie so oft ohne konkrete Folgen.
Massiver Protest der großen Anbauverbände für Mais, Soja und Weizen führte bereits nach zwei Wochen zum Rückzug der Initiative. In der derzeit angespannten wirtschaftlichen Lage können die Landwirte nichts weniger gebrauchen als höhere Kosten für diesen zentralen Wirkstoff.
Ein Verbot hätte seinen Preis. Es gibt (unter anderem unter dem Schlagwort »Make America Healthy Again«) eine breite Bewegung mit dem Ziel, Glyphosat zu verbieten. Welche Folgen das für die Landwirte hätte, zeigen Zahlen aus der University of Illinois: Ihre Gewinne in diesem Bundesstaat würden durch Ertragsverluste und höhere Kosten für alternative Mittel zwischen 1,8 und 3,6 % sinken. Dass die Autoren solche Werte für »signifikant« halten, zeigt, wie sehr der Ackerbau in den USA derzeit »auf Kante genäht« ist. Ist neue Technik nötig, wären die Verluste allerdings noch höher.