Standpunkt. Wir wissen fast alles und tun fast nichts
Unsere alltäglichen Verhaltensregeln und Produktionsverfahren der wirtschaftlichen Landnutzung sind auf mittlere Wettersituationen ausgerichtet. Warum das so nicht mehr geht und wo politische Stellschrauben sind, berichtet Frank Eulenstein.
Die Folgen des Klimawandels sind bereits seit Jahrzehnten auch für die landwirtschaftliche Produktion und den Landschaftswasserhaushalt wissenschaftlich publiziert. Mit dem globalen Klimawandel gehen regionale Änderungen der Niederschlags- und Luftfeuchteverhältnisse einher. Infolge der Temperaturerhöhung erhöht sich insbesondere in Mitteleuropa die jährliche Verdunstung. Daraus resultiert eine Beschleunigung des hydrologischen Kreislaufs von Verdunstung und Niederschlag. Die temperaturabhängige Zunahme der Wasserdampf-Speicherkapazität der Atmosphäre führt zu einer Zunahme der latenten Energie in der Troposphäre. Daraus resultiert gleichzeitig die weltweite Erhöhung der Anzahl von klimatischen Extremereignissen, die nicht erst seit der verheerenden Überflutung des Ahrtals auch in Deutschland die Nachrichtenmeldungen dominieren.