Ölsaaten. EU-Ernteverluste geben den Ton vor
Gekürzte EU-Ernteprognosen, Exportprobleme der Ukraine und der Rohölmarkt – es mangelt nicht an preisstützenden Einflüssen. Vom Rapsmarkt selbst geht in den kommenden Wochen keine Gefahr für einen Preisbruch aus. Dafür spricht neben dem sinkenden Exportpotential Kanadas auch die steigende Nachfrage nach Biodiesel.
Beim flüchtigen Blick auf die aktuelle Statistik des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) zum Weltrapsmarkt erscheint die Lage in der Saison 2026/27 recht komfortabel. Die weltweite Erzeugung legt zum Vorjahr um gut 2 auf rekordhohe 98 Mio. t zu, die Nachfrage markiert nach einen Plus von 4 Mio. t ebenfalls einen neuen Spitzenwert, und trotzdem bleiben zum Ende des Wirtschaftsjahres 1 Mio. t Raps über, die in die Vorratslager wandern. Soweit das USDA in seinem Mitte August veröffentlichten Monatsbericht.
Aber wie passt das beispielsweise mit den fortgesetzt hohen Notierungen am europäischen Terminmarkt in Paris zusammen? Dort lagen bei Redaktionsschluss alle Kontrakte, die ins Wirtschaftsjahr 2026/27 fallen (November 2026 sowie Februar und Mai 2027), auf dem gleichem Niveau bei etwa 542 €/t – und damit 80 bis 90 €/t höher als ein Jahr zuvor, was ganz eindeutig auf eine bestehende oder erwartete Knappheit hinausläuft. Wie passt das zu der Erwartung des USDA, dass die diesjährige Rapsernte in der EU genauso groß ausfällt wie 2025 und außerdem der Importbedarf der Mitgliedsländer 2026/27 deutlich schrumpfen soll?