Drohne versprüht Pflanzenschutzmittel über einem Acker
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Kanada. Pflanzenschutz im Drohnen-Zeitalter

Seit ein paar Wochen dürfen in Kanada – wie bereits im Nachbarland USA – Pflanzenschutzmittel mittels Drohnen ausgebracht werden.

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Einige Landwirte und vor allem die Industrie hatten bereits länger mit den Hufen gescharrt. Ein nasses Frühjahr mit teilweise nicht befahrbaren Feldern hat diese Entscheidung, die mehrere Jahre lang wissenschaftlich diskutiert worden war, nun offenbar (und zunächst übergangsweise) auf die politische Schiene gebracht.
Auch wenn Drohnen bei manchen als das neue »große Ding« im Pflanzen­schutz gelten: Die formalen Voraussetzungen für ihren Einsatz sind hoch. Die Spritztechnik  (z. B. Wind­einfluss bzw. Tropfen­größe) stellt Landwirte wie Regulierungs­behörden vor ganz neue Fragen. Auch die Wirtschaftlichkeit ist in jedem Einzelfall zu prüfen.

Die von der klassischen und selbst von der Flugzeug­spritzung her bekannten Erfahrungen und Regeln lassen sich nicht einfach übernehmen. Spritz­drohnen produzieren feine Tropfen, sagt Tom Wolfe, ein unabhängiger Berater in Saskatchewan. Verglichen mit »normalen« Pflanzen­schutz­spritzen könne der Spritz­kegel und damit die Benetzung abhängig von Flughöhe, Tröpfchengröße, Geschwindigkeit, Wind­richtung und Tank­füllung wesentlich variabler ausfallen. Der Behandlungs­erfolg ist unsicherer, zumal diese Punkte auf den Etiketten nicht erwähnt werden und Haftungs­fragen auslösen könnten. Landwirte werden sich also zunächst mit risikoloseren Anwendungen wie Sikkation oder Fungizid­spritzungen an die neue Technik herantasten.
Die kanadischen Regeln erfordern im Interesse des Anwender­schutzes zwei Personen: eine mischt und befüllt, die andere steuert die Drohne. Allein diese Voraussetzung wird der Verbreitung Grenzen setzen. Die geeignetste Agrardrohne mit einem 100 l-Tank darf zudem nicht ohne eine besondere Lizenz geflogen werden. Hier und dort könnten Drohnen auch Agrar­flugzeugen im Weg sein. Angesichts der bestehenden Regulierungs­lücken liegt es auch in der Verantwortung der Landwirte selbst, ob aus der vorläufigen Erlaubnis eine dauerhafte Regelung wird.
Weltweit haben sich die Spritz­drohnen vor allem in Ostasien etabliert (Nassreis, Ersatz der Rücken­spritze). Die große Mehrzahl der Geräte stammt folglich aus China. Für die USA spricht eine Erhebung aus dem Jahr 2025 von 6,6 Mio. ha mit Spritz­drohnen behandelter Fläche – bei rund 160 Mio. ha Ackerfläche. In Deutschland ist ihr Einsatz bisher nur im Weinbau erlaubt.