Grossbritannien. Kulturpflanzen steuern nützliche Mikroorganismen
Unterschiedliche Böden bedeutet unterschiedliche Zusammensetzung der dort tätigen Mikroorganismen. Deren Aktivität hängt aber nicht primär davon ab, sondern wird von den Kulturpflanzen gesteuert.
Diese suchen sich gezielt Mikroorganismen heraus, die für einzelne Bedürfnisse – Nährstoffaneignung oder Stresstoleranz – nötig und nützlich sind. Das haben mehrere britische Forschungsinstitute auf der Basis von 24.000 Bakterienkulturen und 315 Bodenmikrobiom-Gemeinschaften herausgefunden.
So zieht die Wurzelumgebung (Rhizosphäre) von Zuckerrüben und Raps vor allem Mikroorganismen an, die helfen, der trockeneren Umgebung ihrer Pfahlwurzeln entgegenzuwirken. Gerste lässt sich beim Aufschluss von Zink mikrobiell helfen. Leguminosen wiederum zeigen eine nur eingeschränkte Fähigkeit bei der Stickstoff-Verfügbarkeit, da die Symbiose mit Rhizobien bereits eine ausreichende Versorgung gewährleistet.
Diese Funktionsmuster blieben über eine große Zahl von Böden und Standorten konstant. »Einfach mal die mikrobielle Aktivität der Böden durch Inokulation irgendwelcher Mikroorganismen erhöhen« ist somit als Ansatz für mehr Bodengesundheit suboptimal. Langfristig muss man bei der Züchtung ansetzen, damit die Pflanzen selbst die für sie optimalen Organismen heraussucht.