Großbritannien. Der lange Schatten des Brexits
Auch die britische Milchproduktion befindet sich im Wandel: Während die Zahl der Betriebe sinkt, steigen die durchschnittliche Herdengröße und Milchleistung. Zugleich suchen die Produzenten nach Strategien, um mit volatilen Preisen, steigender Bürokratie und den Folgen des Brexits umzugehen.
A uch nach zehn Jahren spürt die britische Milchwirtschaft die Auswirkungen des Brexits noch deutlich. Neben Handelsauflagen, verschlechterten Exportmöglichkeiten und zusätzlicher Bürokratie. Die Milchproduzenten sind vor allem durch steigende Kosten, unsichere Milchpreise und Engpässe bei Arbeitskräften und Betriebsmitteln betroffen. Anlässlich des Jahreskongresses der European Dairy Farmers (EDF) sagte Agrarjournalist Chris Walkland: »60 % der Bevölkerung glauben heute, dass der Austritt aus der EU für Großbritannien schlecht gewesen ist. Der jetzige Handel mit der EU wird als chaotisch empfunden.« Es gibt Freihandelsabkommen mit vielen Staaten und Regionen weltweit, aber der Mengenabsatz dabei ist eher gering. 80 bis 87 % der britischen Milchexporte (gemessen am Volumen) gehen in die EU. Das gesamte Exportvolumen stieg 2025 um 9,1 % auf 1,35 Mio. t.