Getreide. Kriegspreise
Lagern hat sich bisher gelohnt, aber mit jeder Woche wird es riskanter. Denn eine Erfahrung aus dem Jahr 2022 dürfte auch jetzt gelten: Das Getreide sucht sich seinen Weg, wenn der Preisdruck in Russland und der Ukraine nur hoch genug ist.
Die Getreidepreise schwanken bei uns seit vielen Wochen mit den jeweiligen Nachrichten zum Ukrainekrieg. Das jüngste Beispiel: Als US-Präsident Trump am 14. September verkündete, es gäbe ein Nichtangriffsabkommen für Energieanlagen zwischen Russland und der Ukraine, brachen die Kurse in Chicago binnen Minuten um 6 US-$/t ein. Nachdem sich die Meldung als voreilig herausgestellt hatte, stiegen die Kurse am 15. September wieder auf das alte Niveau.
Es sind ausschließlich politische Ereignisse (dazu zählt auch der Krieg, siehe Artikel Wenn die Knoten platzen), die dafür sorgen, dass die Preise bei uns derart stark angezogen haben. Viele Schiffe wurden von den Destinationen Odessa oder Noworossijsk auf Constanza, Klaipeda oder Danzig umgeleitet, laden also EU-Getreide statt russische oder ukrainische Provenienzen.