Getreide. Am Export geht kein Weg vorbei
Die deutschen Landwirte fahren aller Voraussicht nach in diesem Jahr erneut eine gute Getreideernte ein. Weil der Futtermittelverbrauch seine besten Zeiten hinter sich hat, steigt die Bedeutung des Auslandsgeschäfts und der anderen Verwertungen für die Nachfrageund die Preisentwicklung. Welche Perspektiven bieten sich hier zum Start in die neue Saison?
Der deutsche Getreidemarkt startet in einem Umfeld anhaltender Unsicherheit in das Wirtschaftsjahr 2026/27. Globale Krisen, geopolitische Spannungen und strukturelle Verschiebungen im internationalen Handel prägen weiterhin die Rahmenbedingungen für Produktion, Preisbildung und Vermarktung. Maßgeblichen Einfluss auf die Ausgangslage zum Start in die neue Vermarktungssaison übt dabei das Geschehen im Wirtschaftsjahr 2025/26 aus.
Das war weltweit von außergewöhnlich hohen Ernten geprägt. Vor allem bei Weizen und Körnermais verzeichneten die großen Exportländer deutliche Produktionssteigerungen. Die EU und Großbritannien fuhren mit zusammen 148 Mio. t die größte Weizenernte seit einem Jahrzehnt ein. Auch Argentinien, Australien und die Schwarzmeerregion meldeten Rekordergebnisse. In Summe überstiegen die Ernten der wichtigsten Exportländer das Vorjahresergebnis um rund 130 Mio. t. Dieser massive Angebotszuwachs setzte die internationalen Preise erheblich unter Druck. Ein drastischer Preisverfall blieb allerdings aus. Verantwortlich dafür war eine überraschend robuste globale Nachfrage. Der weltweite Getreidehandel legte gegenüber dem Vorjahr um 40 Mio. t zu und erreichte neue Höchststände. Diese Dynamik wirkte stabilisierend und verhinderte stärkere Preiskorrekturen. Gleichwohl bleibt die Versorgungslage komfortabel, da die Anfangsbestände bei Weizen in den Exportländern im Wirtschaftsjahr 2026/27 über dem Vorjahresniveau liegen.