Genomische Techniken. Der mühselige Weg zu einer Reform
Nach langen und zähen Verhandlungen hat die EU im Juni eine umfassende Lockerung der Gentechnik-Regeln für sogenannte NGT-Pflanzen beschlossen. Wie es jetzt weitergeht und welche Potentiale die neuen Züchtungsverfahren tatsächlich bieten, zeigt Robert Hoffie.
Nach jahrelangen Diskussionen und politischem Ringen gab es am 17. Juni 2026 tatsächlich eine Entscheidung: Das EU-Parlament und der -Rat haben der neuen »Verordnung über mit bestimmten neuen genomischen Techniken gewonnene Pflanzen« (NGT) zugestimmt. Mit der Veröffentlichung der Verordnung 2026/1388 im Amtsblatt der EU am 26. Juni 2026 ist sie offiziell in Kraft getreten. Wirksam wird sie jedoch erst in zwei Jahren, im Sommer 2028. Was ist von den neuen genomischen Techniken (NGT) für die Pflanzenzüchtung zu erwarten? Und wie geht es nun weiter?
Ein kurzer Blick zurück
Die letzte größere Reform der EU-Freisetzungsrichtlinie gab es im Jahr 2001. Sie stellt den Kern des Gentechnikrechts in der EU dar und regelt das Freisetzen und Inverkehrbringen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Die entsprechenden Zulassungsverfahren sind sehr aufwendig und es gilt eine Kennzeichnungspflicht bis zum Endprodukt.