Biodiversität. Feste Ziele statt eine »Fahrt ins Blaue«
Ein paar Blühstreifen hier, ein paar Lerchenfenster dort: Die Wirksamkeit von Maßnahmen für mehr Biodiversität ist nicht immer über jeden Zweifel erhaben. Solange umgekehrt die Ökologen nicht sagen können, was wirklich wichtig ist, machen Landwirte ungern Abstriche bei der Produktivität. Wie kommt man raus aus dieser Bredouille?
Als Journalist lernt man am ersten Arbeitstag die W-Fragen: Was, wer, wann, warum, wie, wo und woher? Bezogen auf die Biodiversität in der Agrarlandschaft erscheinen diese W-Fragen oft unterbelichtet. Biodiversität erscheint als Koppelprodukt anderer Interessen: für und gegen die intensive Landwirtschaft, für Forschungsförderung (»ebenso wichtig wie der Klimawandel«), als »entlastende« Kommunikation von Landwirten oder Einkommensbeitrag über die GAP.
Ein echter Fortschritt lässt deshalb auf sich warten. Die Übersicht zeigt einige aktuelle Schlussfolgerungen des MoNaKo-Projektberichtes (es ging um Naturschutz-Kooperativen) oder die Forderungen zweier wissenschaftlicher Beiräte zum Natur-Wiederherstellungsgesetz. Alles gut, schön, richtig und überraschend ähnlich. Im Fokus stehen die Wege. Aber müssten wir nicht viel mehr über die Ziele sprechen, über deren Notwendigkeit, Voraussetzungen und Erreichbarkeit?