Unternehmerinnen. Eine komplexe Rolle
Acker, Stall, Büro – vieles im landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen Frauen längst selbstverständlich. Dazu kommen allerdings diverse andere Aufgaben, die häufig dazu führen, dass die Ehemänner den Betrieb nach außen vertreten. Wie Landwirtinnen damit umgehen, hat Denise Röseler untersucht.
Frauen in der Landwirtschaft übernehmen seit jeher eine tragende Rolle – sei es als Betriebsleiterin, mitarbeitende Ehefrau oder im Nebenerwerb. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das gesellschaftliche Rollenverständnis außerhalb der Agrarbranche stark verändert. Dies erweckt den Anschein wachsender Gleichberechtigung. Doch trotz ihres erheblichen Beitrags, steigender Bildungsabschlüsse und wachsendem Interesse an einer Karriere in der Landwirtschaft sind Frauen besonders in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert – nur 11 % der Betriebe in Deutschland werden von Frauen geleitet.
Dieses Phänomen findet sich auch außerhalb der Agrarbranche. Laut dem KfW-Mittelstandspanel aus dem März 2025 war die Anzahl der Frauen in Leitungspositionen 2024 mit 14,3 % so niedrig wie noch nie seit Beginn dieser Erfassung im Jahr 2003. Die KfW-Studie sieht einen Bedarf, Unternehmertum und Gründungen in allen Wirtschaftsbereichen dauerhaft zu stärken. Für die Landwirtschaft stellt sich damit die Frage, welche strukturellen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren den beruflichen Aufstieg, das Wirkungsfeld und die Sichtbarkeit von Frauen in der Agrarbranche beeinflussen und verbessern können.