sich entlang der Feldränder durch die Agrarlandschaft. Grasstreifen zwischen den Schlägen helfen dabei. Foto: Ruud Morijn – stock.adobe.com
Interview. »Artenvielfalt fördern, aber richtig«
Die neuen GAP-Vorschläge werfen auch die Frage nach der Zukunft der Agrarumweltprogramme auf. Braucht es neue Ansätze, um die gewünschten Ziele zu erreichen? Teja Tscharntke zeigt, was wirklich nötig wäre.
Eine der beliebtesten Ansätze, Biodiversität in der Agrarlandschaft zu fördern, sind Blühstreifen. Sie halten davon ziemlich wenig. Warum?
Auch wenn es lokal erfreulich summt und brummt, hält sich die Bedeutung für die Biodiversität in Grenzen. Blühstreifen unterstützen nur ein sehr schmales Spektrum von Pflanzen- und Tierarten. Ein isoliert liegender Blühstreifen kann aus 500 m Entfernung viele Wildbienen und Schwebfliegen anlocken. Diese lokale Konzentration muss aber nicht mit einer Erhöhung der Populationsdichte in der Landschaft einhergehen. Kleine Säugetiere oder Vögel haben ebenfalls wenig davon, da sie vor allem durch Hecken und Baumreihen gefördert werden.
Wollen wir nachhaltig große Populationen und Artenvielfalt erreichen oder erhalten, brauchen wir eine Vielfalt an Lebensräumen. Dabei geht es nicht um die Biodiversität in jedem einzelnen Lebensraum, sondern um die Gestaltung der gesamten Agrarlandschaft.