Dänemark. Mit Quoten gegen N-Einträge
Dänemark stellt seine Stickstoffpolitik neu auf. Ab 2027 soll der N-Eintrag von landwirtschaftlichen Flächen in Gewässer nicht mehr allein über Maßnahmenvorgaben, sondern über betriebsspezifische Emissionsquoten gesteuert werden. Das System ist Teil der »grünen Transformation «, auf die sich Regierung, Parlament und Wirtschaft 2024 verständigt hatten.
Kern der Vereinbarung ist ein gebietsbezogener Ansatz: Für jedes Küstengewässereinzugsgebiet soll ein maximal zulässiger N-Austrag definiert werden. Dieser wird in handelbare Emissionsquoten umgerechnet, die unter den dort ansässigen Betrieben verteilt werden.
Wie hoch die Quote für den einzelnen Betrieb ausfällt, hängt von den hydrologischen Bedingungen des jeweiligen Einzugsgebiets ab. Laut Regierung sollen Landwirte zudem für mögliche Mindereinnahmen entschädigt werden – finanziert aus GAP-Mitteln.
Das Transformationsministerium erwartet von dem neuen Modell eine jährliche Minderung der landwirtschaftlichen Stickstoffemissionen um rund 9 600 t. Damit würde Dänemark gut zwei Drittel des Beitrags erbringen, der zur Einhaltung der EU-Wasserrahmenrichtlinie erforderlich ist.
Nach jahrelangen Diskussionen liegt nun ein verbindlicher, flächenwirksamer Ansatz vor, der Landwirte auch dazu motivieren soll, Flächen stillzulegen. Das soll auf die selbst gesteckten Landumwandlungsziele Dänemarks einzahlen. In der Branche stößt das Modell jedoch auf deutliche Kritik. Zwar sei die Quote nicht das schlechteste der diskutierten Modelle, heißt es. Doch sehe die Vereinbarung strengere Vorgaben vor als im ursprünglichen Transformationsabkommen. Die ungleiche Verteilung der Quoten führe zudem zu erheblichen Verzerrungen: Einige Betriebe erhielten zu hohe, viele jedoch zu niedrige Obergrenzen. Für einzelne könne dies existenzielle Folgen haben.