Eine Frau und ein Mann stehen vor einem Regal mit Milch und halten eine Flasche in der Hand
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China. Niedrigere Zölle als befürchtet

Nach 18 Monaten Anti-Subventionsprüfung ist es offiziell: China verhängt für fünf Jahre Zölle auf bestimmte Milchprodukte aus der EU. Die finalen Sätze liegen zwischen 7,4 und 11,7 % – deutlich unter den im Dezember vorläufig angesetzten 21,9 bis 42,7 %.

Die finalen Sätze liegen zwischen 7,4 und 11,7 % – deutlich unter den im Dezember vorläufig angesetzten 21,9 bis 42,7 %. Peking begründet die Maßnahme mit angeblich Wettbewerbsverzerrenden EU-Subventionen und sieht einen Zusammenhang zwischen Importen und Schäden für heimische Hersteller. 

Im Visier stehen ungesüßte Milch und Sahne sowie Frisch- und Weichkäse. Besonders betroffen sind Exporteure aus Frankreich, Italien, Dänemark und den Niederlanden. In Deutschland trifft es u. a. das DMK sowie Molkerei Ammerland, Naarmann und Arla Foods Deutschland. Für den deutschen Milchsektor gelten die Effekte als »überschaubar«, dennoch geraten Margen und Wettbewerbsfähigkeit im China-Geschäft unter Druck. China zählt neben Großbritannien zu den wichtigsten Drittlandsmärkten für deutsche Milchprodukte – auch wenn die Ausfuhren zuletzt rückläufig waren.

Gleichzeitig deutet die deutliche Absenkung der Zollsätze auf eine Entspannung im bilateralen Handel hin. Bereits im Dezember hatte China die endgültigen Anti-Dumping-Zölle auf EU-Schweinefleisch für fünf Jahre auf 4,9 bis 19,8 % festgelegt – ebenfalls deutlich unter ursprünglich diskutierten Werten. Beide Entscheidungen gelten als Reaktion auf die EU-Zölle gegen chinesische Elektroautos, senden aber zugleich das Signal, Handelskonflikte zu begrenzen, ohne industriepolitische Interessen vollständig preiszugeben.