Unternehmer. Was macht sie erfolgreich?
Wachsen oder weichen – das war lange die Devise. Ob das heute noch gilt, woran wir Erfolg messen und was Wachstum eigentlich bedeutet, zeigt ein Erfahrungsaustausch unter Beratern.
War es vor 30 Jahren einfacher, ein erfolgreicher Landwirt zu sein? »Ja!« sind sich Karl Heinz Mann und Arnold Krämer einig. Die Komplexität sei für den landwirtschaftlichen Unternehmer in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen gestiegen. Die Störungen von außen durch die Politik und das Filtern einer riesigen Informationsflut werden in Zukunft den persönlichen Alltag und den betrieblichen Erfolg massiv beeinflussen. »Der Landwirt agiert heute in so vielen Bereichen, dass man als multitalentierter Unternehmer gefragt ist«, sagt Albrecht Macke.
Dr. Syster Maart-Nölck und Christoph Benecke sehen in der Komplexität eher einen Vorteil. »Wir haben heute so viele Chancen, uns auszuprobieren und unsere Stärken herauszufinden«, findet Maart-Nölck. Gerade mit dem Blick zum Beispiel auf Künstliche Intelligenz sei in der Zukunft so viel mehr möglich, das sei unbedingt als Chance zu sehen. Es stellt sich die Frage: Wie lässt sich Erfolg überhaupt definieren? Wer ist ein erfolgreicher Unternehmer und was heißt das für die handelnden Personen und Familien?
Betriebsführung
Kurzfristig zu denken sei heute leider modern, sagt Karl Heinz Mann. Es gäbe zum Beispiel Betriebe, die über einen längeren Zeitraum kein Phosphat streuen, um Kosten zu sparen. Langfristig fahren jedoch die Betriebe mit konstanter Düngung viel stabilere Erträge ein. Das schnelle Geld sollte zumeist kein Ziel sein. Betriebszweige zu schließen, weil sie kurzfristig nicht lukrativ sind, sei genauso ein Trugschluss. »Oft zahlt sich das Durchhalten im Mittel der Jahre aus – etwas Geduld und eine gewisse Langatmigkeit gehören natürlich dazu«, so die Einschätzung.
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Der erfolgreiche Unternehmer hat immer seine Zahlen im Kopf und rechnet bei jeder Betriebsentscheidung. Dabei ist laut Mann nicht immer ein Taschenrechner oder Excel von Nöten – in vielen Fällen reicht ein Überschlagen aus, um ein Gefühl für eine betriebliche Entscheidung zu bekommen. Vorausgesetzt, sie wird rational getätigt und nicht aus emotionalen Gründen.
Gehört ein landwirtschaftlicher Betrieb stabil zu den besten 25 % Betrieben, so hat dieser aus Arnold Krämers Sicht in der Regel nur kleinere Stellschrauben zu bewegen. Die Grundstrukturen sind ja in Ordnung und müssen nicht auf den Prüfstand. Syster Maart-Nölck widerspricht: »Ich glaube, gerade diese sehr erfolgreichen Betriebe stehen unter einem großen Druck und erfinden sich immer wieder neu, um weiterhin an der Spitze zu bleiben«. Während die Betriebe, die eher unter die 25 % schlechtesten fallen, eventuell zu Resignation neigen und sich Schuldige außerhalb des eigenen Handlungsspielraums suchen. Das reflektierte Verhalten und permanente Hinterfragen der eigenen Entscheidungen wird hier seltener beobachtet.
Die fehlende Bereitschaft, sich zu öffnen, sieht Arnold Krämer häufig als ein Grund für Fehlentscheidungen. »Es gehört ja Mut dazu, seine Zahlen offenzulegen und eventuelle Missstände zu zeigen – das ist unbequem, und wenn der Landwirt sowieso nicht so gut dasteht, wird das immer unbequemer«, sagt Krämer. Aber genau an dem Punkt müsse eingehakt und von außen ein Impuls gesetzt werden. Das ginge aber nur über Offenheit und Bereitschaft.
»Viel hängt von der Persönlichkeitsstruktur ab,« sagt Karl Heinz Mann. Er beobachtet immer wieder, dass der erfolgreiche Landwirt ordentlich strukturiert und konsequent in seinen Entscheidungen ist. »Ich komme manchmal auf Betriebe, auf denen man sofort erkennt: Da ist keine Ordnung, da werden Dinge nicht zu Ende geführt. Da kommt dann eine neue Idee, wenn die alte noch gar nicht abgeschlossen ist. Das verursacht dann Chaos und Kosten«. Aber man könne lernen, sich das bewusst zu machen und strukturierter vorzugehen. »Eine große Stärke eines erfolgreichen Landwirts ist es, auch mal Nein zu sagen«, sagt Arnold Krämer. Nicht auf jeden Trend sofort aufzuspringen, nicht alle kleinteiligen Extras zu nutzen, sondern erst einmal die grundlegenden Dinge in Ordnung zu halten. Es gehöre auch die Konsequenz dazu, Dinge zu tun, die getan werden müssen. Das klinge banal, aber häufig wird gerade Unangenehmes, das dann vielleicht auch nicht den Stärken des Unternehmers entgegenkommt, aufgeschoben.
Für Syster Maart-Nölck ist die Strukturiertheit eines Unternehmers nicht unbedingt ausschlaggebend für seinen Erfolg, sondern die Erkenntnis über seine Schwächen. »Wenn jemand weiß: Das Büro ist chaotisch und er holt sich Unterstützung dafür, dann kann das in eine Stärke umgewandelt werden«, sagt Maart-Nölck. Die Frage ist aber, an welchem Punkt der Landwirt das erkennt, wer ihn darauf aufmerksam macht und wie lange bestimmte Glaubenssätze – »Das muss man allein schaffen« – wirken.
In der Beratung müsse auch der nötige Mut aufgebracht werden, persönliche Defizite des Landwirts anzusprechen, sagt Karl Heinz Mann. Das sei natürlich nicht immer einfach. Schlechte Gewohnheiten zu erkennen und abzulegen, sei schwierig, aber ein externer Berater müsse darauf hinweisen.
»Das ist einfach meine Erfahrung: Erfolgreiche Unternehmer sind immer, selbst wenn sie viel im Büro zu tun haben, an der Produktion. Ich hatte einen Vorstandsvorsitzenden eines Unternehmens, die machen 13.000 ha. Das Erste, was er morgens gemacht hat: Er hat im Kuhstall eine Viertelstunde mit dem Produktionsleiter gesprochen. Und er wusste auch im Ackerbau immer, was los ist«, berichtet Karl Heinz Mann. Die Nähe zur Produktion sei essentiell für erfolgreiche Landwirtschaftsbetriebe. »Pflügen ist Philosophenarbeit«, pflichtet ihm Arnold Krämer bei. Bei jeder Betriebsgröße sei es wichtig, ab und an alle Arbeiten selbst zu machen.
Leidenschaft und Freiwilligkeit
Betriebsnachfolge. Vorleben werteorientierter Leidenschaft bewirkt laut Karl Heinz Mann im Zweifel mehr als Druck. Die Übertragung von Verantwortung in frühen Jahren führt häufig zu einer Stärkung des Unternehmergeistes und der Verbundenheit mit dem Betrieb. »Ich habe einen jungen Landwirt betreut, der sehr erfolgreich Schweine produzierte, und habe ihn gefragt: Wie hast du das gemacht? Die Antwort: Mein Vater hat direkt nach der Lehre gesagt: Da steht der Stall – mach etwas draus. Das hat mich unheimlich motiviert«, berichtet Arnold Krämer.
»Die aktuelle und kommende Generation muss das Angebot, was wir heute haben, nutzen«, sagt Syster Maart-Nölck. Es gelte, definitiv seine Stärken und Schwächen zu kennen. Das aktuelle breite Angebot an Coachingmöglichkeiten kann dahin gehend sehr unterstützen; diese Möglichkeit habe die Generation vorher selten gehabt. Das Erkennen von eigenen Stärken und Schwächen sei essenziell für die erfolgreiche Unternehmensnachfolge.
Investitionsentscheidungen trifft man als Unternehmer immer für sich selbst. Dies sollte nicht geschehen, um den Betrieb für die nachfolgende Generation zu sichern. Entscheidet man sich aber gegen ein Voranbringen des Unternehmens im eigenen Verantwortungszeitraum, kann das dazu führen, dass die Kinder gar nicht mehr die Chance haben, sich für oder gegen die Betriebsnachfolge zu entscheiden. »Ich sage allen, die zwischen vierzig und fünfundvierzig Jahren sind, vor großen Investitionen stehen und fragen: Müssen wir jetzt die Kinder fragen? Dann sage ich: Nein, ihr müsst die Kinder jetzt nicht fragen. Die müssen ja frei entscheiden und dann dürft ihr auch nicht böse sein, wenn die das nicht übernehmen. Aber ich bin sicher: Wenn Sie jetzt nicht investieren und nach vorne schauen, dann wird es sowieso keiner machen«, berichtet Karl Heinz Mann.
Die frühere Einstellung, einen Betrieb schuldenfrei zu übergeben, war im Grunde verheerend, sagt Christoph Benecke. »Schulden gab es dann vielleicht keine, aber es hingen im Zweifel auch alle Regenrinnen schief. Betriebe müssen auch attraktiv sein, damit die nächste Generation sich dafür entscheidet.«
Der Weg in die Landwirtschaft sollte immer frei gewählt sein und nur mit einer gewissen Leidenschaft begangen werden. Albrecht Macke sieht darin eine Herausforderung unserer Zeit. Viele Familien würden mittlerweile große Betriebe bewirtschaften, die sich oft über weite Entfernungen erstrecken. »Gerade bei den tradierten Familien empfinde ich es zunehmend als herausfordernder, dass die die Kinder noch in diesen landwirtschaftlichen Rhythmus reinbekommen, wenn die das nicht mehr am Küchentisch und so mitbekommen«, sagt Macke.
Umsicht und Weitsicht
»Ein guter Unternehmer ist ein zufriedener Unternehmer«, ist Albrecht Macke überzeugt. Auf die Frage, woran er diese Zufriedenheit misst, gibt es eine klare Antwort: Bei den wenigsten Landwirten wird Zufriedenheit am Geld gemessen. »Ich hatte ein Gespräch mit einem Betriebsleiter, der ein enormes Wachstum hingelegt hat. Er sagte mir: Ich mache das um der unternehmerischen Herausforderung willen, weil das meine Berufung ist – Dinge anpacken und aufbauen. Und das trifft es im Kern«, sagt Macke. Für ihn strahlt ein erfolgreicher Unternehmer Ruhe und einen gewissen inneren Frieden im Tagesgeschehen aus. Irgendwas sei immer und die meisten Dinge wie rote Gebiete, schlechte Preise, unpassendes Wetter treffen alle. Nur die Frage, mit wie viel Gelassenheit und trotzdem notwendiger Ernsthaftigkeit darauf reagiert werde, unterscheide die erfolgreichen von den etwas weniger erfolgreichen. »Es gibt Betriebe«, so die Beobachtung, »die sind wirklich gut, werden aber aus verschiedenen Gründen die Leuchtturmbetriebe nie erreichen. Das macht die total unzufrieden, was sehr schade ist.« Es ist also auch immer eine Frage des Maßstabs, den man wählt. Natürlich ist die Orientierung nach vorne sinnvoll, aber sie muss zur individuellen Betriebsstruktur passen.
Das Erreichen betrieblicher Ziele steht laut Macke häufig vor der privaten Zufriedenheit zurück. Seiner Meinung nach geht der berufliche Erfolg aber immer Hand in Hand mit dem privaten. Das sei beispielsweise auch im unterschiedlichen Risikobewusstsein bemerkbar. »Wenn ein Partner eher risikoavers ist, der andere aber nur das Vollgaspedal kennt, dann wird es schwierig«, beobachtet Macke. Die Abstimmung unter den Partnern sei essentiell, sonst hängt der eine den anderen ab – in welche Richtung auch immer. Macke beobachtet in der jüngeren Generation ein stärker werdendes Bewusstsein für diesen Ausgleich, was er äußerst positiv bewertet.
Macke stellt die These auf: fallen lange erfolgreiche Betriebe in ihren Zahlen ab, dann stecken häufig private Gründe dahinter. Wenn viel Kraft und Energie in das Privatleben investiert werden muss, ist das laut Macke in den betriebswirtschaftlichen Auswertungen sichtbar. »Wir legen den Fokus immer noch zu wenig auf den privaten Bereich. Ein erfolgreicher Unternehmer investiert auch Zeit in seine Familie und sein Privatleben.«
Risiken sehen und auch aus Beraterkreisen darauf hingewiesen werden, ist ein zentraler Erfolgspunkt. In Hochpreisphasen ist Wachstum leichter und oft gelte in der Euphorie auch das Prinzip: Ach, das machen wir nun und das wird schon gut gehen. »Aber spätestens in Zeiten wie diesen tut das dann weh«, berichtet Albrecht Macke. Umsicht und Weitsicht zählen für ihn unbedingt zu den Eigenschaften eines erfolgreichen Unternehmers.
Ausbildung
Die Ausbildung setzt laut Albrecht Macke nur das Fundament. Wer erfolgreich sein will, muss sich in einem ständigen Optimierungsprozess befinden und immer dazulernen wollen.
Es stellt sich für Macke eher die Frage, inwieweit die landwirtschaftliche Branche bei den Entwicklungen, die rechts und links stattfinden, noch mithält. Die heutigen Betriebsnachfolger sind schon in einer schnelllebigeren Zeit aufgewachsen, ziehen Informationen aus auf ihren Algorithmus zugeschnittenen sozialen Medien. Die kritische Handhabung und das Hinterfragen von Informationen stellt heute eine enorme Herausforderung dar, die in der Vergangenheit wesentlich weniger komplex gewesen ist. Neugier, Interesse, eigenes Tun hinterfragen und sich immer wieder anpassen – das hält Macke für die kommende Generation für essenziell. In 30- bis 40-Jahresschritten zu denken, funktioniere nicht mehr. Das liegt seiner Meinung nach vor allem an politisch unbeständigen Zeiten.
»Ich nehme heute verstärkt wahr, dass jüngere Betriebsleiter sich schwer damit tun, Texte zu erfassen. Selbst wenn sie hoch engagiert in die Betriebe einsteigen, ist es essentiell notwendig, dass sie sich den Kopf freihalten für Weiterbildung und verschiedene Medien lesen, damit sie einen Überblick und Weitblick über die Welt kriegen. Das bekommt man nicht, indem man im Internet Häppchen ohne Zusammenhang konsumiert«, ist die Meinung von Karl Heinz Mann.
Laut Syster Maart-Nölck müssen jüngere Betriebsnachfolger nach ihren eigenen Interessen handeln und auch außerhalb der eigenen Branche über den Tellerrand schauen. »Am Ende ist es fast egal, welche Ausbildung jemand macht oder was er studiert – er muss nur herausfinden, was er gut kann. Wenn ich ein bisschen höher springen will als andere, muss ich am Ende auch etwas mehr machen als andere,« sagt Syster Maart-Nölck. Ihrer Meinung nach gibt es nicht den einen erfolgreichen Unternehmer. Von den besten Betrieben hätte jeder Betriebsleiter andere ausgeprägte Stärken. Der Grund für den Erfolg läge häufig darin, dass die Unternehmer sich ihrer Stärken bewusst sind, dort den Fokus legen und motiviert voranschreiten. Aufgaben, die ihnen nicht liegen, werden nicht aufgeschoben, sondern in andere kompetente Hände gegeben. Ein erfolgreicher Unternehmer kann nicht alles allein erledigen.
Betriebswachstum
Albrecht Macke beobachtet häufig, dass Landwirte Erfolg mit Betriebsgröße gleich setzen. Die Zahlung von beispielsweise hohen Pachtpreisen ergibt sich oft aus emotionalen Gesichtspunkten und nicht aus einer rational abgeleiteten Kostenstruktur. Mit Größe wird Großes verkörpert – vermeintlich. Aber per se ließe sich schon sagen, dass große Betriebe nicht unbedingt mehr Geld verdienen. Hier zeigt sich ein deutlich verzerrtes Bild. Die Debatte »Wachse oder Weiche« wird laut Macke extrem emotional geführt, wo sie rational sein müsste. Die positive Darstellung von Erfolgsgeschichten in der landwirtschaftlichen Presse sieht Albrecht Macke ebenfalls kritisch. »Das birgt vor allem für Betriebsleiter ein irreführendes Bild und macht Druck«, sagt der Berater. Eine Kultur des Scheiterns sei in Deutschland nicht etabliert. Das Scheitern vor der eigenen Haustür sei extrem schwer und führe häufig dazu, dass Erfolg vorgetäuscht wird, wo er gar nicht vorherrscht. Die emotionale Komponente von Familienbetrieben erhöht den Druck enorm – der Betriebseigentümer muss eine Erfolgsgeschichte schreiben. An etwas zu scheitern, was Generationen vorher aufgebaut haben, was weichende Erben vielleicht auch hätten haben wollen, ist in der Landwirtschaft nahezu verpönt.
»Ich frage die Familien häufig: Wollt ihr auf Dauer Landwirt bleiben? Es antworten fast alle: ja, natürlich. Und dann sage ich: Wir müssen dann erst mal schauen, ob ihr das überhaupt könnt. Wenn Betriebe eine nachhaltige Eigenkapitalbildung nicht schaffen, dann werden sie nicht bleiben. Das hat mit Wachstum erst mal wenig zu tun. Das ist eine grundlegende Notwendigkeit«, sagt Karl Heinz Mann.
»Ein Unternehmen muss nicht groß sein, ein Unternehmen muss stark sein«, zitiert Arnold Krämer Fredmund Malik. Natürlich sei die Eigenkapitalbildung essenziell, aber Wachstum bedeutet für Arnold Krämer vor allen Dingen lebenslanges Lernen. »Wachse oder Weiche – das gilt für immer. Wachsen bedeutet vor allem: sich weiterbilden, lernen, neue Bereiche kennenlernen. Gut bin ich auf Dauer, wenn ich lernfähig bin. Wachsen heißt Lernen«.
Soziale Aspekte
Arnold Krämer ist der Meinung, dass sich die hohe Arbeitsbelastung und die weniger flexible Lebensgestaltung gerade in Familienbetrieben mit einem guten Einkommen ein Stück weit kompensieren lässt. Syster Maart-Nölck hingegen stellt die Frage, ob die erfolgreichen Landwirte wirklich die zufriedeneren sind. Ihrer Meinung nach hat der finanzielle Aspekt nur einen begrenzten Einfluss. Auch in dem sozialen Bereich gäbe es eine höhere Komplexität als früher. Die Aufteilung zwischen Mann und Frau ist heute nicht mehr eindeutig, sondern auch Väter möchten ihrer Beobachtung nach Anteil am Familienleben haben. Das kostet natürlich Zeit. »Dazu muss der Betrieb aber auch wirtschaftlich erfolgreich sein«, betont Karl Heinz Mann. Nur dann könne Arbeit abgegeben und freie Zeitfenster geschaffen werden.
Unbestreitbar ist, so Mann, dass ein ausreichendes Einkommen ein großes Stück an Sicherheit bietet. Bekannt ist natürlich trotzdem, dass ab einem bestimmten Einkommen die Zufriedenheit nicht mehr steigt. Und gleichzeitig gibt es erfolgreiche Unternehmer, die nie zufrieden sind.
Ein Landwirt darf nicht beruflich einsam sein, sagt Arnold Krämer. Ein Sparringspartner – ob im Ehepartner, in Form eines Beraters oder im beruflichen Freundeskreis – sei dringend notwendig. »Ich habe Mandanten, die muss ich manchmal anrufen und fragen: Was ist los bei euch? Und dann habe ich Mandanten, die rufen mich jede Woche an. Da weiß ich: Es gibt im Betrieb oder privaten Bereich keinen Austauschpartner«, berichtet Karl Heinz Mann.
»Stell dir selber die Frage: Durchschaust du deinen eigenen Betrieb?« fasst Karl Heinz Mann zusammen. Oft seien die Strukturen in den verschiedenen Betriebszweigen mittlerweile so verstrickt, dass es eine enorme Herausforderung darstellt, den Überblick zu behalten. Fokus und klare Strukturen zu schaffen, seien die Knackpunkte, die langfristig zu Erfolg führen.