Portrait: »Man darf sich nicht verzetteln«
Sönke Strampe hat den elterlichen Betrieb in der Lüneburger Heide nach seinen eigenen Interessen umgestaltet und ganz neue Betriebszweige etabliert. Ein wichtiges Standbein ist der Paketversand von Gemüse – vor allen Dingen von Süßkartoffeln. Er erzählt, warum er damit erfolgreich ist.
Sönkes Süßkartoffeln« heißt der Instagram-Account von Sönke und Anna Strampe, über den sie ihr Gemüse hauptsächlich vermarkten. »Wir verkaufen den größten Teil per Paketversand in die Ballungsräume«, berichtet Sönke Strampe. Dafür werden in der Saison wöchentlich rund 800 bis 1.000 Pakete verschickt.
Ursprünglich wurde der 250-ha-Betrieb konventionell mit klassischer Fruchtfolge bewirtschaftet. Sönke Strampes Eltern betrieben dazu noch ein Hotel. Nach dem Studium 2016 stellte sich für den Sohn die Frage, wie der Betrieb im Haupterwerb zukunftsfähig bleiben kann. Der erste Schritt der übernehmenden Generation bestand darin, auf Bio umzustellen. »Aber auch mit Biospeisekartoffeln waren wir hier in unserer Gegend einer von vielen«, berichtet Strampe. Die Idee, Süßkartoffeln anzubauen, ist am Mittagstisch entstanden. »Wir haben zwei Kinder und festgestellt, dass fast jeder Babybrei Süßkartoffeln enthält«, erinnert sich Sönke Strampe. Die ersten Versuche auf der Terrasse und im Garten liefen gut und so traute sich das Ehepaar den Anbau in größerem Maßstab. Zuerst wurden die Süßkartoffeln in nahe gelegenen Supermärkten verkauft. Die häufig kurzfristigen Bestellungen in manchmal nur geringen Mengen waren aber eine logistische Herausforderung, die die Strampes auf die Idee mit dem Paketversand brachte. »Damit ist unser Kundenkreis enorm gewachsen«, sagt Sönke Strampe. Mittlerweile gibt es eine routinierte Packstraße mit zwei verschiedenen Einheiten zu 4 kg oder 8 kg. Anna Strampe baute parallel dazu den Instagram-Kanal auf, durch den »Crowd-Farming« auf die Strampes aufmerksam wurde. Crowd-Farming ist ein spanisches Direktvermarktungsportal, über das Landwirte ihre Produkte verschicken können. Vom Bestellvorgang über Versandetiketten und Kartonstärke bis hin zu standardisierten Paketgrößen bekam Familie Strampe Hilfestellungen für den Versand ihrer Süßkartoffeln.