Studie. Schützt Tierkontakt vor Stress?
In einer Studie der Universität Ulm wurden zwei Gruppen von Probanden in eine Stresssituation versetzt. Die eine stammte aus einem städtischen Lebensumfeld, während die Teilnehmer der zweiten Gruppe ihre ersten 15 Lebensjahre auf einem viehhaltenden Betrieb verbrachten.
Es wurde festgestellt, dass die Probanden der zweiten Gruppe mit weniger Immunaktivierung auf Stress reagieren als es Personen tun, die in der Stadt ohne Haustiere aufgewachsen sind. Mit dieser Studie versuchen Professor Stefan Reber und sein Team, die Grundlage der »Old Friends Hypothese« zu stützen. Diese besagt, dass bestimmte Mikroorganismen, die sowohl in der Umwelt als auch im Darmmikrobiom unserer Jäger- und Sammlervorfahren vorgekommen sind, in modernen urbanen Gegenden weniger häufig vorhanden sind als in einem ländlichen Umfeld mit Nutztierhaltung. Laut der Theorie trägt dies womöglich zu einer geringeren Immunregulation bei.
In einer neuen Studie konnte Professor Reber nun feststellen, dass die Nachkommen von Mäusen – aufgewachsen in der sterilen Umgebung eines Labors – die mit den »Old Friends« behandelt wurden, ebenfalls vor den negativen Folgen von chronischem Stress geschützt sind. Aus den Untersuchungen lässt sich schließen, dass diese Eigenschaft von einer Muttergeneration von Mäusen auf ihre Nachkommen vererbt werden kann.