Schweinefleisch. Die EU verliert den Anschluss
Eine schwächelnde Binnennachfrage und Probleme im Exportgeschäft setzen den Markt in der Staatengemeinschaft unter Druck. Am Weltmarkt als notwendiges Ventil für Übermengen lassen die USA und Brasilien den Europäern 2026 keine Chance.
Die Preiskorrektur erfolgte zur Unzeit: Nach Wochen der Stabilität brachen die Schweinepreise in Deutschland ausgerechnet zum Start in die Grillsaison um 10 Ct/kg ein. Dabei leitet der Mai normalerweise einen saisonalen Angebotsrückgang und eine steigende Nachfrage im Inland ein. Gegenüber dem Vorjahr erlösten die Mäster zuletzt etwa 20 % weniger pro Tier. Viele Futtermittel sind zwar günstiger als im Vorjahr, mehr als abmildern kann das die Verluste auf der Einnahmenseite aber nicht. Die Schlachtunternehmen führen als Begründung für die Preissenkung neben einer schwachen Nachfrageentwicklung einen gut versorgten EU-Binnenmarkt und hohe Konkurrenz am Weltmarkt an. Die Höhe des Preisrückgangs mag diskutabel sein, die Argumente sind es aber nicht.
Überangebot in Spanien sucht Abnehmer in der EU
Für die Schweinfleischproduktion in Deutschland weist das Statistische Bundesamt im 1. Quartal ein Nullwachstum aus; rechnet man die aus dem Ausland eingeführten und hier nur geschlachteten Tiere heraus, kommt man auf ein Plus von 0,5 %. In der vorläufigen wöchentlichen Schlachtstatistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums setzt sich diese Entwicklung im Zeitraum von Anfang April bis Ende der ersten Maiwoche fort. So weit, so unauffällig.