Niederlande. Die Genetik der Kulturpflanze besser beleuchten
Biologicals gelten grundsätzlich als Versprechen, den Ackerbau bei gleicher Produktivität umweltfreundlicher zu gestalten. Für die Anbieter von Pflanzenschutzmitteln sind sie darüber hinaus eine Möglichkeit, sinkende Umsätze aus dem chemischen Pflanzenschutz auszugleichen.
Landwirte allerdings empfinden den Einsatz solcher Produkte häufig als Lotteriespiel: Mal wirken sie, mal aber auch nicht. Und deshalb ist ihre Akzeptanz in der Praxis noch überschaubar.
Wissenschaftler der Universität Wageningen sagen: Die Ursachen dafür sind nicht allein die unterschiedlichen Einsatz- und Umweltbedingungen, von denen die Wirkung von Biologicals wesentlich stärker abhängt als die chemischer Pflanzenschutzmittel. Es liege auch nur zum Teil daran, dass diese Produkte nicht in der nötigen Breite getestet werden. Völlig unterbelichtet sei hingegen die Rolle der Kulturpflanze selbst, also ihre Genetik. Züchter fokussieren bisher auf Ertrag, Qualität und Krankheitsresistenz. In Zukunft sollten sie sich auch mehr um das Zusammenspiel von Biologicals und Kulturpflanze kümmern. Die Pflanze selbst sei ein Teil der Lösung.
Das bedetet, die Prozesse beziehungsweise die dafür verantwortlichen Gene zu finden, die einen Einfluss auf die Wirksamkeit biologischer Pflanzenschutzmittel haben. Für viele Züchter mag dieser Ansatz weit in der Zukunft liegen. Gerade bei Kartoffeln versprechen sich die Forschenden großes Potenzial: Rund die Hälfte aller chemischen Pflanzenschutzmittel in den Niederlanden wird in dieser Kultur eingesetzt.