Moorwiedervernässung. So hoch ist die Kompensation
Mit dem Förderprogramm »Palu« will die Politik die Wiedervernässung von Moorflächen wirtschaftlich flankieren. Wie die Entschädigung berechnet wird und welche Faktoren für die Akzeptanz in der Praxis entscheidend sind, zeigen Oliver Mußhoff, Marius Michels und Thomas Kehl.
Die Wiedervernässung entwässerter Moorböden gilt als einer der größten Hebel im Klimaschutz. Obwohl sie nur einen kleinen Teil der landwirtschaftlichen Fläche ausmachen, verursachen sie nach Angaben des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes jährlich rund 53 Mio. t CO2-Äquivalente – etwa 7 % der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen. Studien gehen davon aus, dass eine großflächige Wiedervernässung davon rund 30 Mio. t CO2-Äquivalente pro Jahr einsparen könnte.
Der Zielkonflikt ist damit klar umrissen: Für den Klimaschutz sind vernässte Moorböden hochwirksam – für die Landwirte bedeuten sie zunächst den Verlust von Einkommen und Nutzungsmöglichkeiten. Genau hier setzt die Politik an. Mit dem Förderprogramm »Palu« will die Bundesregierung freiwillige Moorwiedervernässung ermöglichen und wirtschaftlich flankieren. Das Programm wurde im April 2026 von der EU-Kommission beihilferechtlich genehmigt; die Umsetzung erfolgt über die Landwirtschaftliche Rentenbank als Bewilligungsstelle.