Meinung Ernährung. Bildung hilft
Mehr als jeder zweite Deutsche ist übergewichtig. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Und das, obwohl Ernährung schon lange mehr als »satt werden« ist.
Häufig dient sie als eine Art Ersatzreligion: vegan, vegetarisch, überzeugte Fleischesser, paleo, zuckerfrei usw. Die Trends sind vielfältig und nicht selten werden die eigenen Überzeugungen mit Vehemenz als einzig richtiger Weg verteidigt.
Wer mit offenen Augen durch den Supermarkt geht oder durch Social Media scrollt, dem wird auch der Protein-Trend nicht entgangen sein. Längst mixen nicht nur Bodybuilder Proteinshakes oder essen entsprechende Riegel. Selbst Pudding, Aufschnitt oder ähnliche Produkte werben mit »proteinreich«. Und genau das verwechseln offensichtlich viele Verbraucher mit gesunder Ernährung – ebenso wie den Kauf von »Light«-Produkten, die weniger Fett versprechen, oft dafür aber z. B. mehr Zucker enthalten. Und auch bei »bio« scheint ein Großteil der Käufer davon auszugehen, dass das Ökolabel das Produkt automatisch gesund macht. Das legt zumindest eine Umfrage von »Fitatu« nahe, einer App für Ernährungsanalyse.
Der Kampf gegen Übergewicht ist damit wohl zuallererst ein Kampf gegen Mythen rund um die Ernährung: Welche Lebensmittel sind wirklich gesund? Wie kann eine ausgewogene Ernährung aussehen? Und nicht zuletzt: Wie bereite ich gesundes, leckeres Essen selber zu? Das käme auch unserer Branche zugute, wenn Verbraucher wieder wissen, was regionale und im Idealfall saisonale Produkte sind. Und diese direkt kaufen statt das fertige, hoch verarbeitete Produkt der Lebensmittelindustrie.