Management. Gesunde Sorten richtig führen!
Die Reduktion des chemischen Pflanzenschutzes bleibt ein wichtiges politisches Ziel. Zudem will bei den aktuellen Getreidepreisen jede Pflanzenschutzmaßnahme gut überlegt sein. Ulrich Lehrke zeigt, dass gesunde Sorten die Rentabilität des Getreideanbaus absichern können – allerdings nur bei angepasster Pflanzenschutzstrategie.
Die wieder deutlich niedrigeren Getreidepreise und die gestiegenen Kosten für Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie die hohen Energiekosten belasten die Rentabilität der Getreideproduktion. Die Wirtschaftlichkeit lässt sich nur bei hohen Erträgen und niedrigen Kosten absichern. Als Stellschraube zur Erreichung hoher Erträge spielt in den Betrieben neben der Vorfrucht vor allem die Sortenwahl eine wichtige Rolle. Dabei sind neben Ertrag und Qualität vor allem die Standfestigkeit und die Gesundheit entscheidend. Darüber hinaus sollte jeder Landwirt über die Anlage von Spritzfenstern die Anfälligkeit gegenüber Pilzkrankheiten seiner Sorte kennen. Nur wenn es gelingt, gesunde Sorten entsprechend ihrer Anfälligkeit zu führen, können höchste Deckungsbeiträge erzielt werden. Prophylaktische Behandlungsfolgen sind dagegen meist unrentabel.
Ertragsverluste schwanken stark
Durch Krankheiten und Lager entstehen jedes Jahr hohe Ertragsverluste, die – je nach Situation – durch den Einsatz von Fungiziden und Wachstumsreglern eingedämmt werden können. Die Höhe der Ertragsverluste variiert jedoch in einem sehr weiten Bereich. In den letzten sehr trockenen Jahren betrugen die Verluste beim Winterweizen auf einigen Standorten – besonders bei späterer Saat und dem Anbau gesunder Sorten weniger als 5 %. In extremen Fällen können die Verluste jedoch über 50 % liegen.