Schilf-Glasflügelzikade. Was kostet die Bekämpfung?
Bei der Kontrolle der Schilf-Glasflügelzikade lässt sich mit einer Anbaupause von Winterkulturen ein relativ hoher Effekt erzielen. Aber: Ist das nicht zu teuer? Gunnar Breustedt hat es durchgerechnet.
Die Schilf-Glasflügelzikade gefährdet den deutschen Zuckerrübenanbau. Gegenmaßnahmen konnten bisher weder Ausbreitung noch Vermehrung der Zikade substanziell eindämmen. Der Insektizideinsatz scheint die Ertragsschäden nur ungefähr halbieren zu können und das auch nur unter starkem Zikadenbefall.
Es stellt sich die Frage nach zusätzlichen Strategien. Aus Wissenschaft und Praxis ist bekannt, dass eine mehrmonatige Anbaupause nach Rüben (bis Ende April) die folgende Zikadengeneration um bis zu 95 % reduzieren kann. Wie sieht es mit den Kosten aus – für einen Insektizideinsatz gegenüber einer mehrmonatigen Anbaupause?
Um die Kosten zu ermitteln, muss die jährliche Zikadenpopulation modellhaft berechnet werden. Interaktionen mit Kartoffeln und Gemüse, die auch von der Zikade geschädigt werden, sind hier nicht berücksichtigt. Der Flächenanteil Rübe bleibt im Modell in den Jahren gleich. Wir gehen von einer jährlichen Verfünffachung der Zikaden-Population aus, wenn keine Bekämpfung erfolgt. Die Bekämpfung ist bei beiden Maßnahmen betriebswirtschaftlich optimiert. Es wird vorausgesetzt, dass der Insektizideinsatz per Notfallzulassung erlaubt wird, wenn mit mindestens 100 Zikaden je Falle in der Saison gerechnet werden muss. Diese Zikadendichte führt im Modell zu 5 % Ertragsschaden.