Krankheitsdruck. Mais – eine Gesundfrucht?
Früher vielleicht – aber mit dem weit verbreiteten Anbau wächst auch die Zahl der Pilzerreger und Schädlinge. Thomas Miedaner zeigt, welche Bedrohungen es gibt und was zu tun ist.
Mais ist nach seiner Anbaufläche unsere zweitwichtigste Kulturpflanze. Da er erst seit rund 500 Jahren in Europa angebaut wird, lässt sich an ihm sehr schön die Anpassung von alten und neuen Schaderregern studieren. Mais wurde bei uns auf drei Arten krank:
- Entweder brachten seine Entdecker die Krankheiten schon aus Mittelamerika mit (Maisbeulenbrand, Turcicum-Blattdürre),
- er sammelte die Erreger in Europa ein (Maiszünsler, wohl Fusarium-Arten) oder
- in jüngster Zeit kamen sie als invasive Arten zu uns (Maiswurzelbohrer). Und damit sind wir noch nicht am Ende – weitere Insekten aus dem Süden stehen vor der Tür.
Uralte Krankheiten
Der Maisbeulenbrand (Ustilago maydis) ist ein uralter Pilz, der schon die Teosinte, den Mais-Vorfahren aus Mexiko, besiedelte. Er entwickelte sich vor Millionen Jahren und produziert auf Teosinte nur sehr wenige Beulenbrandgallen mit einer Infektionsrate von etwa 0,1 % – während auf Mais zahlreiche größere Gallen mit höheren Infektionsraten (etwa 3 %) an allen Pflanzenteilen gefunden werden. Mit anhaftenden Sporen kann er sich über transportiertes Maismaterial verbreiten. Mit dem Maisanbau hat sich auch der Pilz in praktisch alle Regionen auf der ganzen Welt ausgebreitet. Baut man alte Landsorten an, findet sich der Pilz massiv an allen Pflanzenteilen.