Kälber. Gemeinsam gestärkt fürs Leben
Eine frühe paarweise Haltung von Kälbern führt zu einer besseren Entwicklung und einem guten Sozialverhalten. Dadurch haben Färsen später weniger Probleme, in der Milchviehherde zurechtzukommen. Jason Hayer stellt neue Erkenntnisse dazu vor.
Wie sollen Kälber optimal aufgezogen werden? Das ist eine Frage, die seit einigen Jahren immer stärker diskutiert wird. Besonders im Fokus steht dabei das Für und Wider von Einzel-, Paar- oder Gruppenhaltungen sowie deren Einfluss auf die Entwicklung und Gesundheit der Kälber in den ersten Lebenswochen. Ein Aspekt, der bisher jedoch kaum berücksichtigt wurde, ist der Einfluss unterschiedlicher Haltungsformen auf die langfristige Entwicklung von Rindern.
Auch wenn das Konzept der muttergebundenen Haltung verstärkt in der Praxis angewendet und von der Wissenschaft erforscht wird, ist eine frühe Trennung von Kuh und Kalb immer noch der Standard in Deutschland und den meisten anderen Ländern. Der klassische Ablauf bleibt hierzulande die Trennung innerhalb der ersten Lebenstage, und das Aufstallen der Kälber – zunächst in Einzelhaltung. Nach den ersten ein bis zwei Wochen werden sie in Gruppenhaltungen überführt, in denen sie bis zum Absetzen und kurz danach verbleiben. Dies ist international jedoch nicht zwingend der Standard. Beispielsweise kommen auf den meisten Betrieben in Irland, Griechenland oder Spanien neugeborene Kälber direkt in die Gruppenhaltung. In den USA hingegen ist es üblich, Kälber während der gesamten Milchtränkephase in Einzelhaltung zu halten.