Integrierter Pflanzenschutz. Leichter gesagt als getan
Pflanzenschutzmittel sollen gespart werden, Wirkstoffe fallen weg, Resistenzen nehmen zu – die Forderung nach mehr ackerbaulichen Maßnahmen ist mittlerweile ein Klassiker. Dass manche Bausteine des Integrierten Pflanzenschutzes aber gar nicht so einfach umzusetzen sind, zeigen Anke Kühl und Michael Roßberger.
Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides), Windhalm (Apera spica-venti) und verschiedene Lolium-Arten zählen zu den wirtschaftlich bedeutendsten Problemungräsern im Ackerbau. Ihre zunehmende Verbreitung geht einher mit über Jahrzehnte stark winterungsbetonten Fruchtfolgen und einer sich kontinuierlich verschärfenden Resistenzsituation. Parallel dazu sinkt die Zahl der verfügbaren Herbizidwirkstoffe, was die Kontrollmöglichkeiten weiter einschränkt.
Vor diesem Hintergrund gewinnen acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen im Rahmen des Integrierten Pflanzenbaus an Bedeutung. Insbesondere die Ausweitung der Fruchtfolge sowie ein strategisch durchdachtes Wirkstoffmanagement gelten als zentrale Bausteine zur langfristigen Stabilisierung der Situation.
Eine Umfrage der BAT Agrar Pflanzenbauberatung sowie die Analyse der Anbauentwicklungen der vergangenen 15 Jahre geben Aufschluss darüber, welche Maßnahmen in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden – und wo strukturelle Hürden bestehen.