Grßbritannien. Europaweiter Resistenzbruch bei Gelbrost
Was Berater in Deutschland bereits andeuten, ist inzwischen international belegt: Eine neue Gelbrost-Rasse ist dabei, das in vielen modernen Weizensorten genutzte Yr15-Resistenzgen zu überwinden.
Nach ersten auffälligen Befallsherden in Nordostengland zeigen Erhebungen des Global Rust Reference Center in Dänemark, dass ähnliche Resistenzbrüche 2025 auch in Frankreich, Belgien,
Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Tschechien festgestellt wurden. Das verleiht dem Thema eine europäische Dimension – und erinnert an die Umbrüche im Gelbrostgeschehen zu Beginn der 2010er Jahre mit dem Auftreten der Warrior-Typen.
Im Vereinigten Königreich ist die Lage besonders brisant
Nach NIAB-Angaben (National Institute of Agricultural Botany), entfielen 2025 rund 50 % des Z-Saatgutes auf Sorten mit dem Yr15-Resistenzgen; Rothamsted Research warnt daher, dass mehr als die Hälfte der britischen Weizenfläche potenziell anfällig sein könnte. Von einer akuten Krise sprechen britische Fachleute bislang dennoch nicht. Der Grund: Der Widerstand der Pflanzen beruht nicht allein auf Yr15, sondern auch auf weiteren Resistenzfaktoren. Gleichwohl ist der Befund ein Weckruf – für die Züchter, die erneut auf der Suche nach tragfähigen Resistenzquellen sind, und für die Landwirte, die Bestände noch aufmerksamer auf frühe Gelbrostsymptome kontrollieren müssen.