Produktionsgrundlage und Schutzgut


Der Ackerbau soll Klima und Gewässer schonen. Gleichzeitig soll er weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen und auch weiterhin bei zunehmenden Hitzewellen, Dürreperioden und Starkregenereignissen stabile Erträge liefern. Fordern lässt sich das leicht,  allerdings bedeutet dies eine grundsätzliche Neuaufstellung der Landwirtschaft von den Anbausystemen über Agrarpolitik und -märkte bis hin zum Konsumverhalten. Unserem Boden kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

Unterbodenmanagement. Altbewährtes neu entdeckt

Bereits in der DDR wurde das Prinzip der partiellen Krumenvertiefung entwickelt. Damals mit dem Ziel, die Bodenfruchtbarkeit und die Erträge zu steigern. Nun zeichnet sich immer stärker ab, dass das Verfahren auch dem Klimaschutz dienen könnte. Marisa Gerriets und Michael Sommer stellen Untersuchungen dazu vor.

Seit den 1950er Jahren wurden diverse Techniken für die partielle Krumenvertiefung in der DDR eingesetzt: vom Segmentpflug 
über Tieflockerer mit Leitblechen hin zum Krumenbasispflug. Letzterer ist die Grundlage des aktuellen CF-Pfluges. 

Foto: Lemken

Es muss nicht immer alles neu erfunden werden. Manchmal können teils in Vergessenheit geratene Entwicklungen Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen bieten. Das Prinzip der partiellen Krumenvertiefung (pKV) wurde bereits Ende der 1950er Jahre in der DDR als meliorative Maßnahme entwickelt, um Erträge und Ertragssicherheit durch Vertiefung der Krume und Aufbruch von Verdichtungen unterhalb des Pflughorizonts zu erhöhen. Durch die Kombination aus Tiefpflügen und Tieflockerung findet ein definierter Austausch von Ober- mit Unterbodenmaterial (ca. 25 %) statt. Als Werkzeug dafür dient ein Spezialpflug.

Eignet sich dieses Verfahren auch für eine langfristige Kohlenstoffanreicherung (C-Sequestrierung) im Boden? Dieser Frage sind wir am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in den beiden Projekten »Krumensenke« und »CarbonTilla-ge« nachgegangen. In Zusammenarbeit mit Andreas Baur, dem Ingenieur des Krumenbasispflugs aus den 1980er Jahren, und Lemken wurde basierend auf dem Krumenbasispflug ein neuer »Carbon Farming Pflug« für die partielle Krumenvertiefung entwickelt. Dabei heben die im Wechsel mit Standardscharen angeordneten CF-Schare 50 cm tiefe Schächte aus (Grafik). Das Unterbodenmaterial wird im Bearbeitungshorizont abgelegt und die Schächte vom nachfolgenden Standardschar mit Oberboden verfüllt. Für ein ebenes Pflugbild arbeiten die CF-Schare 25  cm breit und 50 cm tief, und die Standardschare 50 cm breit und 25 cm tief. Dadurch ist die Menge an bewegtem Boden bei beiden Schartypen gleich.

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