Wissensplattform. Digitalisierung gelingt gemeinsam
Das Schlagwort Digitalisierung hat in der Landwirtschaft an Glanz verloren. Zu oft verbinden Praktiker damit Bürokratie, inkompatible Systeme und mehr Arbeit statt Erleichterung. Während wir privat selbstverständlich digitale Helfer nutzen, vom Smartphone-Timer bis zur Navigations-App, stoßen Betriebe im Alltag schnell an Grenzen: Daten, die sich nicht austauschen lassen, Software, die nicht zum Betrieb passt, oder Lösungen, die mehr Zeit kosten, als sie sparen.
Viele Betriebe probieren digitale Tools auf eigene Faust aus. Die Folge: Erfahrungen bleiben isoliert, Fehler wiederholen sich, Wissen geht verloren. Dabei gäbe es längst genügend Know-how, verteilt über Regionen, Betriebe, Projekte und Institutionen. Genau hier setzt Farmwissen an: Die Plattform bündelt Wissen und fördert den Austausch zwischen Landwirtschaft, Beratung und Forschung - offen, praxisnah und auf Augenhöhe.
Der digitale Stammtisch
Das Prinzip ist einfach: Peer-to-Peer-Wissenstransfer. Statt auf top-down-Beratung zu warten, tauschen sich Fachleute direkt miteinander aus, ähnlich wie am Stammtisch, nur digital. In der Farmwissen-Community diskutieren Praktiker, Forschende und Berater über reale Probleme: von der GPS-Datennutzung über Dokumentationspflichten bis zu Fragen künstlicher Intelligenz in der Landwirtschaft. Lösungen entstehen aus Erfahrung, nicht aus Theorie.
Ein Beispiel: Ein Landwirt suchte online nach einer Möglichkeit, Feldgrenzen ins ISOBUS-Format zu konvertieren. In der Community empfahl ein anderer Nutzer das Tool “Geobird”, erprobte es selbst und veröffentlichte anschließend einen Praxisbericht. Das Ergebnis: eine nutzbare, erprobte Lösung, die heute vielen anderen hilft.
Kompetenzen schärfen
Digitale Anwendungen können nur dann erfolgreich sein, wenn sie kein Buch mit sieben Siegeln sind. Sie als Landwirt müssen wissen, was genau Sie brauchen und vor allem wofür. Wie es gelingen könnte, mehr Sicherheit und Verständnis für die Möglichkeiten der Technologien zu schaffen, zeigt Henning Müller.
Von der Forschung in die Praxis
Die Plattform geht aber auch über den Erfahrungsaustausch hinaus. Projektergebnisse aus öffentlich geförderten Forschungsvorhaben werden dort langfristig zugänglich gemacht. Ein Beispiel ist das “GitHub”, das Codes und Dokumentationen bündelt, die sonst nach Projektende oft verloren gehen. So entsteht ein wachsendes digitales Archiv, das Wissen erhält und weiterentwickelbar macht.
In der Community zählt nicht die perfekte Lösung, sondern die Offenheit, auch Fehlversuche zu teilen. Dabei sind "alle Felgenfarben willkommen“. Dieses Vertrauen macht die Plattform so lebendig. Dort finden sich praxisnahe Artikel, Tutorials und ein wachsendes Glossar zu digitalen Werkzeugen.
Denn: Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sie funktioniert dann am besten, wenn Wissen über den Nutzen geteilt wird.
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