QM-Nachhaltigkeitsmodul. Bilanz nach zehn Jahren
Wie bewerten Milchviehhalter ihre derzeitige Situation? Wie nachhaltig wirtschaften sie? Birthe Lassen und Anna Raschel geben nach Abschluss des Projekts einen Überblick über die Ergebnisse des QM-Nachhaltigkeitsmoduls.
Nachhaltigkeit definieren, Fakten sammeln, Verbesserungspotentiale aufdecken: Dies sind die Ziele des QM-Nachhaltigkeitsmoduls Milch. Die Ergebnisse geben aber auch einen tiefen Einblick in die ökonomische, ökologische, soziale und tierwohlbezogene Situation auf deutschen Milchviehbetrieben.
Hohe Leistungsbereitschaft trifft auf wirtschaftliche Unsicherheit. Während etwa ein Drittel der befragten Betriebe (Kasten) mit dem wirtschaftlichen Ergebnis des Gesamtbetriebes zufrieden oder sehr zufrieden ist, bewerten zwei Drittel die Situation eher als weniger zufriedenstellend. Noch negativer ist die Wahrnehmung im Betriebszweig Milch. Dort sind 44 % eher unzufrieden oder sehr unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation in den vergangenen drei Jahren (Grafik 2).
Seit 2020 haben knapp 12.000 der deutschen Milchviehbetrieb am QM-Nachhaltigkeitsmodul teilgenommen. Damit wurden 23 % der Betriebe und etwa 30 % der Kühe erfasst. Die regionale Verteilung ist gut, auch wenn die Stichprobe nicht statistisch repräsentativ ist. Die Betriebe sind mit 95 Kühen etwas größer als der Durchschnitt. Auffällig ist das hohe Qualifikationsniveau der Betriebsleiter. 65 % verfügen über einen Abschluss wie Meisterausbildung, Technikerschule oder Hochschulstudium.