Neuzulassungen. Sieben Neuzugänge bei Roggen und Triticale

  • Neuzulassungen. Sieben Neuzugänge bei Roggen und Triticale

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Roggen

  • hohe Umweltstabilität
  • ertragsstark
  • kurze Pflanzenlänge

KWS Fidalgor zeichnen eine stabile Ertragsleistung, eine gute Anpassungsfähigkeit und eine hohe Umweltstabilität aus. Durch das mittlere Ährenschieben sowie die mittlere Reife lässt sich die Sorte bestens in verschiedene Anbausysteme inte­grieren. Die kurzen Pflanzen weisen eine mittlere Lagerneigung auf. Etwas erhöhte Aufmerksamkeit erfordert die Neigung zum Halmknicken (APS 6). Das gilt insbesondere bei hohen Bestandes­dichten oder ungünstigen Witterungs­verläufen. In der Blattgesundheit liegt KWS Fidalgor auf mittlerem Niveau. Die Mutterkorn­anfälligkeit wurde mit APS 4 eingestuft, was bei der Bestandes­führung berücksichtigt werden sollte.
Erhöhte Bestandesdichten und Kornzahlen sowie ein gutes TKG (APS 6) verhelfen diesem Kompensationstyp zu stabil hohen Erträgen (APS 8 in beiden Stufen). Qualitativ erreicht KWS Fidalgor mittlere Hektoliter­gewichte (APS 5) sowie stabile Fallzahlen. Der Rohproteingehalt liegt mit APS 3 im mittleren Bereich. Insgesamt bietet die Sorte gute Verarbeitungs­eigenschaften und eine solide Vermarktungsfähigkeit.

  • sehr hohes Kornertragspotential
  • gute Mutterkornabwehr
  • sehr gute Blattgesundheit

SU Fenn erzielt sehr hohe Erträge. Bei mittlerem Ährenschieben und mittlerer Reife eignet sich die Sorte für verschiedenste Standorte. Insbesondere auf trockeneren Standorten zeigt sie sich sehr robust. Die Pflanzen sind eher kurz, weisen jedoch eine etwas erhöhte Lagerneigung auf (APS 6). Die Wachstumsregler­maßnahme sollte auf ortsüblichem Niveau gefahren werden. Zusätzlich ist eine mittlere Neigung zu Halmknicken zu berücksichtigen. Die Rhynchosporium­anfälligkeit wurde mit APS 4 bewertet. Gegen Braunrost ist die Sorte mit APS 3 eingestuft. Somit ist die Blattgesundheit insgesamt gut. Die Mutterkorn­anfälligkeit liegt bei APS 4, was insbesondere mit Blick auf den Standort, die Bestandesführung und die Blühbedingungen berücksichtigt werden sollte.
Der Ertragsaufbau erfolgt über eine hohe Bestandesdichte (APS 7), eine mittlere Kornzahl und ein überdurchschnittliches TKG (APS 6). Daraus resultiert ein sehr hohes Kornertragspotential (APS 9) in beiden Stufen. Damit gehört SU Fenn zu den aktuell leistungs­stärksten Roggensorten. Qualitativ verspricht die Sorte gute Hektoliter­gewichte (APS 6) und stabile Fallzahlen (APS 6). Sie eignet auch für die Vermarktung im Futter- oder Backsegment.

Triticale

  • GPS-Triticale
  • rasche Jugendentwicklung
  • auch für den Ökoanbau geeignet

Flexicale PZO ist ein GPS- und Silotyp. Die Sorte zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Aussaatflexibilität, sehr hohe Umweltstabilität und starke Biomasse­leistungen aus. Die Pflanzen sind sehr lang (APS 7), und die Ähre wird früh geschoben. Diese ausgeprägte Wüchsigkeit sorgt in Kombination mit einer raschen Jugendentwicklung für eine schnelle Bestandes­etablierung und hohe Konkurrenzkraft. Das ist vor allem für Ökobetriebe interessant. Als Kompensationstyp ist Flexicale  PZO in der Lage, unterschiedliche Bestandesdichten gut auszugleichen.
Die Trockenmasseleistung ist sehr hoch (Stufe 1: APS 8, Stufe 2: APS 7). Bei der Blattgesundheit ergibt sich ein differenziertes Bild: Mehltau wurde mit APS 5 bewertet, Septoria mit APS 4 und Braunrost mit APS 3. Gegen Gelbrost ist die Widerstandskraft mit APS 2 sehr gut.
Die Sorte kann von September bis April ausgesät werden. Sie ist winterhart und etabliert sich auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig. Somit lässt sich Flexicale PZO sehr flexibel in verschiedene Fruchtfolgen integrieren.

  • Gesundsorte
  • saatzeitflexibel
  • hohe und stabile Kornerträge

Rendezvous ist ein leistungsstarker Allrounder. Hervorzuheben sind das hohe und stabile Kornertrags­vermögen, die sehr gute Blattgesundheit sowie eine breite Saatzeitflexibilität. Bei mittlerem Ährenschieben und mittlerer Abreife (APS 5) werden die Pflanzen recht lang (APS 7). Daraus resultiert eine erhöhte Lageranfälligkeit (APS 7), was einen intensiven Wachstumsregler­einsatz notwendig macht.
Die sehr gute Blattgesundheit ermöglicht einen reduzierten Fungizideinsatz. Die Mehltau- und Rhynchosporium­anfälligkeit wurde mit APS 3 eingestuft, und die für Septoria mit APS 4. Besonders positiv sind die sehr gute Gelbrost- (APS 2) und die gute Braunrostgesundheit (APS 3). Die Ährenfusarium­anfälligkeit liegt bei APS 4. 
Mit diesen Eigenschaften konnte Rendezvous in beiden Behandlungs­varianten hohe Kornerträge (APS 8) erreichen.

  • breite Standorteignung
  • lange Kornfüllungsphase
  • ertragsstark

RGT Comebac ist eine leistungsstarke, sehr frühe Sorte mit hoher Ertragsstabilität. Sie schiebt sehr früh die Ähren (APS 3) und reift mittel ab (APS 5). Dadurch ergibt sich eine verlängerte Kornfüllungsphase, was sich positiv auf die Ausnutzung von Wasserreserven auswirkt. Das ist insbesondere für trockenheits­gefährdete Standorte interessant. Die Pflanzen sind mittellang, zeigen jedoch eine etwas erhöhte Lageranfälligkeit (APS 6). Daher ist ein verstärkter Wachstumsregler­einsatz erforderlich.
Die Blattgesundheit ist ausgewogen. Die Anfälligkeit für Mehltau, Rhynchosporium und Gelbrost wurde mit APS 3 und die für Septoria mit APS 4 bewertet. Gegenüber Braunrost ist die Abwehrkraft mit APS 2 sehr gut. Die Ährenfusarium­anfälligkeit liegt bei APS 5. Das macht insbesondere bei Maisvorfrucht eine gezielte Fungizid­behandlung erforderlich.
Der Ertragsaufbau erfolgt über eine mittlere Bestandesdichte, eine erhöhte Kornzahl und ein mittleres TKG. Insgesamt erreicht RGT Comebac sehr hohe Kornerträge (APS 9 in der unbehandelten und APS 8 in der behandelten Variante).

  • frühe Abreife
  • kurzstrohig
  • ausgewogenes Gesundheitsprofil

RGT Zigzac ist eine ertragsstarke, sich früh entwickelnde Sorte mit breiter Standorteignung. Sie schiebt früh die Ähren und reift früh ab (beides APS 4). Trotz der kurzstrohigen Pflanzen (APS 4) besteht ein mittleres Lagerrisiko (APS 5). Das ist beim Wachstumsregler­einsatz zu berücksichtigen. Die Blattgesundheit ist insgesamt solide (Mehltau APS 3, Septoria APS 5, Rhynchosporium APS 4). Gegenüber Gelb- und Braunrost zeigt sich die Sorte sehr widerstandskräftig (APS 2 und APS 3). Die Ährenfusarium­anfälligkeit liegt bei APS 5. Darauf sollte insbesondere nach Mais der Fokus der Fungizid­strategie liegen.
Der Ertragsaufbau basiert auf einer mittleren Bestandes­dichte, einer mittleren Kornzahl und einem überdurchschnittlichen TKG (APS 6). In der unbehandelten Variante wurden die Kornerträge mit APS  8 eingestuft, in der behandelten mit APS 7. Die Sorte kann unter verschiedenen Bedingungen sicher angebaut werden.

  • gute Blatt- und Ährengesundheit
  • winterhart
  • trockentolerant

Mit Rugiro stellt sich eine vielseitig einsetzbare Sorte für konventionelle und ökologische Betriebe vor. Besonders hervorzuheben ist ihre Anbauflexiblität sowie die hohe Ertragsstabilität. Rugiro ist winterhart und eignet sich sowohl für Früh- als auch für Spätsaaten. Auch auf trockenen Standorten ist ein Anbau sehr gut möglich.
Auf ein mittelfrühes Ährenschieben (APS 4) folgt eine mittlere Abreife (APS 5). Die Lagerneigung der mittellangen Pflanzen ist durchschnittlich (APS 5). In der Blattgesundheit zeigt sich die Sorte besonders stark gegenüber Mehltau, Gelbrost und Braunrost (jeweils APS 2). Die Septoria­abwehrkraft ist durchschschnittlich (APS 4). Hingegen fällt die Ährenfusarium­anfälligkeit mit APS 5 etwas höher aus. Darauf sollte bei der Fungizid­strategie geachtet werden – insbesondere nach Mais.
Der Ertrag wird über eine geringere bis mittlere Bestandesdichte (APS 4), eine mittlere Kornzahl und ein überdurchschnittliches TKG (APS 7) aufgebaut. In beiden Behandlungs­varianten wurde die Kornertrags­leistung mit APS 7 eingestuft. Qualitativ erreicht Rugiro hohe Hektoliter­gewichte sowie erhöhte Rohproteingehalte.